Wer zahlt für den Bau des Kindergartens?

An der St. Anna-Kirche soll ein neuer Kindergarten gebaut werden.
An der St. Anna-Kirche soll ein neuer Kindergarten gebaut werden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Finanzierung an der St.-Anna-Kirche ist noch nicht geklärt

Rheinberg..  Dass an der St.-Anna-Kirche eine neue katholische Kindertagesstätte gebaut wird, ist notwendig und unbestritten. Schließlich gibt es im Planungsbezirk Annaberg gerade für Kinder ab drei Jahren Betreuungsbedarf, der bislang nicht gedeckt werden kann. Über das Wie gab es allerdings schon früher im Jugendhilfeausschuss eine Diskussion. Damals wurde der Träger gebeten, über eine Abwicklung des Bauvorhabens durch einen Generalübernehmer nachzudenken – so sollten die veranschlagten Kosten reduziert werden.

Svenja Reinert (Grüne) störte sich in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses beim jetzigen Stand der Planung an der Höhe der Kosten, die auf die Stadt zukommen. 1,2 Millionen Euro seien eine Menge Geld. „Wie viel Raum hat die Stadt, sich an der Planung zu beteiligen?“, fragte sie. „Sonst sind wir der Planung der Träger ausgeliefert, wenn wir nicht mitreden können.“

Bürgermeister Hans-Theo Mennicken verwies darauf, dass der städtische Zuschuss begrenzt werden könne. Bei bestimmten Kosten habe man aber keinen Spielraum: „Energieauflagen müssen eingehalten werden.“

Die Kirchengemeinde ihrerseits ist auch darum bemüht, die Kosten gering zu halten. „Wir haben beim Bau in Orsoy viel gelernt“, so Heiner Berg. „Das Problem ist aber: Wenn der Beitrag der Stadt gedeckelt wird, müssen wir alles darüber Hinausgehende zahlen.“ Er hält allerdings die Einzelvergabe des Baus für den sinnvollsten Weg. „Bei einem Generalübernehmer haben wir keinen Einfluss mehr auf die Qualität des Baus und die Vergabe von Aufträgen an örtliche Handwerker.“ Eine weitere Schwierigkeit bei der Finanzierung sei die „exorbitante Steigerung der Baukosten“. Er appellierte, zügig zu bauen.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) scheint die perfekte Wahl als Träger der Großtagespflege in Ossenberg zu sein. Jedenfalls billigte der Ausschuss diesen Vorschlag der Verwaltung einstimmig. Aber das war beileibe kein Misstrauensvotum gegenüber den anderen drei Bewerbern Caritasverband Moers/Xanten, der Initiative Integratives Leben oder dem privaten Träger Eheleute Brunnen.

Das bestätigte auch Peter Mokros (Grüne): „Alle vier Bewerber haben einen hervorragenden Eindruck gemacht. Die können in der Zukunft wieder berücksichtigt werden.“ Am DRK lobte er die Erfahrung, zum Beispiel durch die Einrichtung in Borth, deren „Leitung für Ossenberg übernommen wird“, so Mokros.

Für Margit van Wesel (SPD) gab bei der Wahl des DRK den Ausschlag, dass eine Vertretung für Krankheitsfälle geregelt ist. „Dann kann jemand einspringen und die Betreuung ist gewährleistet.“ Brigitte Devers (CDU): „Ich hoffe, dass wir einen langfristigen, kompetenten Partner gefunden haben.“