Wer wird Spargelprinzessin 2015 in Alpen-Veen?

Die Jury freut sich schon jetzt auf die Wahl der Spargelprinzessin 2015 in Alpen-Veen.
Die Jury freut sich schon jetzt auf die Wahl der Spargelprinzessin 2015 in Alpen-Veen.
Foto: NRZ
Am Samstag wird auf dem Spargelhof Schippers gewählt. Die Kandidatinnen müssen Spargel stechen, schälen und vieles mehr können.

Alpen-Veen..  Die Veener sind bescheiden, sie wollen nicht protzen. Ortsvorsteher Charly Schweden: „Veen ist ungern das Größte. Aber wir haben 61 Hektar Spargelanbaufläche.“ Und weil man Walbeck nicht verärgern will, heißt es dann eben: „Wir haben eins der größten Spargelanbaugebiete.“ So kann man es auch formulieren, wenn man nicht protzen will.

Aber dennoch wäre Schweden nicht Schweden, wenn er nicht stolz auf den Spargel aus Veen wäre. „Wir haben mit Giesen-Wache, Ricken und Schippers drei Spargelbauern: Sie sind ökonomisch wichtig, insbesondere für junge Leute, mit dem Verkauf und der Vermarktung. Das ist eine Bereicherung für Veen.“

In diesem Jahr werden in der am Wochenende beginnenden Spargelsaison über 100 Reisebusse in Veen erwartet, die extra wegen des weißen Gemüses kommen. Schweden: „Im vergangenen Jahr waren es 70 bis 80 Busse. Weil die Reisenden aber auch noch etwas anderes machen wollen, bieten wir Führungen im Heimatmuseum und in der Dorfkirche an – die eine Hälfte der Gäste in der Kirche, die andere im Museum.“

Um Veen und den Spargel noch bekannter zu machen, gibt es jetzt im bereits fünften Jahr auch die Wahl der Spargelprinzessin. Sie findet am Samstag, 18. April, statt. Das ist beileibe kein Wettbewerb, den man mal eben so mit einem charmanten Lächeln gewinnt, sondern die zehn Bewerberinnen aus Veen, Alpen, Bönninghardt. Menzelen und Xanten – darunter auch welche, die 2014 so viel Spaß hatten, dass sie jetzt Prinzessin werden wollen – müssen ihr Wissen und Können unter Beweis stellen. Dazu zählt Spargel stechen, schälen mit der Hand und maschinell, das Ausfüllen eines anspruchsvollen Fragebogens, Kenntnisse über das Produkt, wie man Spargel richtig kocht und noch vieles mehr.

In der Jury sitzen Ortslandwirt Hannes Paessens, die Spargelbauern Martin Wache, Karl-Heinz Ricken und Markus Schippers, Schweden und die niederrheinische Kabarettistin Ingrid Kühne, bekannt als „De Frau Kühne“. Sie begutachten ab 15 Uhr die praktischen und theoretischen Fähigkeiten der Kandidatinnen und ziehen sich ab 18 Uhr zur Beratung zurück, während sich die Anwärterinnen in der Pause ihr Dirndl anziehen können.

Ab 21 Uhr gibt es im Rahmen der Saisoneröffnungsfeier auf dem Spargelhof Schippers die Vorstellung der Zehn, kurze Fragen, vielleicht noch ein Spargelverkaufsgespräch. Um 22 Uhr wird bekanntgegeben, wer Prinzessin ist. Anschließend tritt die Partyband „Köln Kartell“ auf.

Mit der Wahl ist die Aufgabe der Prinzessin aber nicht vorbei, sondern sie geht erst richtig los. Schweden: „Sie hat zehn bis 15 Auftritte. Das Mädchen muss Spargel und Veen verkaufen. Im letzten Jahr hatten wir eine, die hätte glatt Ortsvorsteherin werden können – wenn sie nicht aus Menzelen gewesen wäre!“ Das alles zeige, dass die Wahl beileibe kein billiger Klamauk sei.

Und zum Termin gehörte natürlich auch das Gespräch über Spargel: Die Preise werden jetzt zu Verkaufsbeginn mit acht bis zwölf Euro für ein Kilo der 1. Klasse ein wenig höher als im Vorjahr liegen. Der Mindestlohn spielt bei einem Lohnanteil von 50 Prozent beim Preis natürlich eine Rolle. Und, dem Himmel sei Dank, das Wetter hat gerade rechtzeitig mitgespielt – denn in Veen werden die Spargelfelder nicht beheizt, um das Wachstum zu fördern.