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Wenn es um die Wurst geht

06.09.2010 | 17:03 Uhr
Wenn es um die Wurst geht
Foto: Markus Joosten / WAZ FotoPool.

Alpen.Manch ein Hundebesitzer kennt das: Auf das Kommando „Sitz“ setzt sich der Hund – oder auch nicht.

Letztere Option sollten die teilnehmenden Vierbeiner beim Obedience-Turnier, das der niederrheinische Hundesportverein jetzt auf seiner Anlage am Hochfeldweg ausrichtete, lieber nicht in Erwägung ziehen. Denn in vier Kategorien ging es darum, echte Champions zu ermitteln.

Da sahen die Anforderungen, denen Mensch und Tier ausgesetzt waren, weit mehr vor als die hinlänglich bekannten Befehle Sitz und Platz. „Obedience bedeutet Gehorsam und kommt wie der gesamte Hundesport aus England. Die Aufgaben sind sehr vielseitig. Wir bewerten den Umgang Mensch–Hund ebenso wie die Sozialverträglichkeit der Tiere“, erklärt Andreas Altmann, Vorsitzender des Alpener Vereins.

Was er damit meint, wird an der Übung „Zähne zeigen“ deutlich. Der Proband muss sich dabei sowohl vom Halter als auch einer fremden Person, in diesem Fall der Ringstewart, betasten lassen. Und dies idealerweise, ohne die Zähne zu fletschen. Zugelassen waren an diesem Tag alle Rassen sowie auch Mischlinge. Die Teilnehmerriege bestand somit auch aus einem bunten Querschnitt aller erdenklichen Hundearten. Ihre Halter waren aus dem gesamten Bundesland angereist. Viele von ihnen hatten sich einige Tage zuvor mit den Platzverhältnissen vertraut gemacht. Denn Hunde, weiß Altmann, prägen sich einen Ort genau ein. Übungen, die sie auf dem heimischen Platz im Schlaf machen, können auf fremder Anlage völlig misslingen.

Hinlegen
auf Kommando

Eine der anspruchsvollsten Prüfungen ist die „Box“. Aus 15 bis 20 Metern Entfernung laufen die Vierbeiner in ein mit Absperrband skizziertes Viereck. Dort angekommen müssen sie sich auf Kommando mehrmals hinlegen und setzen. Dabei dürfen sie weder das Absperrband berühren noch ihre Position auch nur geringfügig verlassen. Hinlegen und setzen, ohne eine Pfote zu heben, ist nicht „jederhunds“ Sache.

„Die Hunde sind ganz cool, es ist oft die Nervosität der Halter, die sich während der Prüfung auf die Tiere überträgt“, erklärt Altmann. Einen Überraschungssieger gab es in der Kategorie „Beginner“. Nicht die hochgehandelten Favoriten, sondern Mischling „Jacko“, ein ungarischer Straßenhund, setzte sich gegen die Konkurrenz durch. Halterin Monique Rosema stolz: „Ich trainiere Obedience erst seit eineinhalb Jahren, Jacko hat viel Freude daran.“

Am Ende gab es Pokale und Würste für alle Gewinner.

Erwin Kohl

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