Wenn die Sonne in Rheinberg ins Grüne lockt

Adriane den Drijver-Wenning und ihr Bruder, Gärtnermeister Bastian den Drijver, in einem Blütenmeer farbenfroher Petunien.
Adriane den Drijver-Wenning und ihr Bruder, Gärtnermeister Bastian den Drijver, in einem Blütenmeer farbenfroher Petunien.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
In den kommenden Tagen herrscht das ideale Wetter für den Auftaktunserer Garten-Serie „Mein grünes Paradies“ – Experten halten Tipps bereit

Am Niederrhein..  Es tiriliert und zwitschert schon länger von den Dächern, die strahlende Sonne hat es – trotz zahlreicher Vorboten des Frühlings – bisher aber noch nicht so ganz durch die Wolken geschafft.

Das soll sich nun ändern. Hobby- und Profi-Gärtner stehen schon in den Startlöchern und warten darauf, jetzt endlich stundenlang umgraben, eintopfen, säen, düngen und vertikutieren zu können. Die Frühlingsblüher sind jetzt meist schon verpflanzt: „Der erste Schub ist durch“, weiß Ralf Marquardt von der Gärtnerei Braems in Rheinberg, aber es gibt noch genug zu tun. „Jetzt kann man den Garten aufräumen und Salat, Kohl oder Tomaten in Gewächshäuser pflanzen“, empfiehlt er.

Bei Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke lockt es viele Menschen in Gärtnereien und Baumärkte, um sich die schönsten Sommerblumen für ihr persönliches Fleckchen Grün zu sichern. „Dafür ist es aber noch zu früh“, warnt Thea Koppers von der Gärtnerei Erwin Koppers in Alpen. Sie empfiehlt, diese erst Mitte Mai zu pflanzen, damit sie nicht doch noch Frost abbekommen.

Wer pflanzen möchte, könne nun schon einmal die Rosenbäume und Sträucher raussetzen, so Bastian den Drijver, von der gleichnamigen Gärtnerei. Auch die meisten Rasenflächen könnten nun zum ersten Mal gemäht werden. Mit dem Düngen sollten Gärtner allerdings bestenfalls schon durch sein. „Wenn es über 20 bis 25 Grad geht, kann das Düngen zu Verbrennungen des Grases führen“, sagt der Garten-Experte. Und der muss es wissen, schließlich haben schon seine Großeltern den Lebensunterhalt mit ihrem grünen Daumen bestritten.

Nicht direkt düngen

Auch wer in den kommenden, warmen Tagen frisch pflanzt, sollte die Gewächse nicht direkt düngen, sondern erst nach etwa vier Wochen. Wurzeln entfalten sich besser, wenn die Pflanzen erstmal anwachsen. Gegossen werden sollten sie hingegen sofort.

Alle Hände voll zu tun haben werden Gärtner in diesem Jahr auch mit der Entfernung von Grünbelägen. „Es war ein richtiger Mooswinter“, sagt den Drijver. Hochdruckreiniger mit Drehbürstenaufsatz seien auf der Terrasse und Steinen das Mittel der Wahl zum Entfernen von Moos.

Nacktschnecken bedrohen in diesem Jahr wieder die frisch bepflanzte Garten- oder Terrassenidylle. „Absammeln hilft“, rät der 35-jährige Gärtnermeister. Die Bierfalle sei zwar auch effektiv, ziehe aber mit ihrem Geruch die Schnecken aus den Nachbargärten an.

Gestreifte Blumen sind der Trend

Welche Gewächse dieses Jahr besonders begehrt sind, weiß seine Schwester Adriane den Drijver-Wenning: „Johnny Flame und Pink Candy sind neue Petunien-Züchtungen von Dümmen aus Rheinberg-Eversael.“ Gestreifte Sommerblumen liegen im Trend.

Immer mehr Familien wollen auch der Natur etwas Gutes tun. „Wildgärtner sind ganz neu“, verrät sie. Dabei handelt es sich um spezielle Samen-Mischungen für Beete, die sich von März bis Juni sähen lassen und zu beliebten Flugstationen für die heimischen Bienen werden und dem Beet zudem viel Farbe verleihen.

Gefragt seien auch Kräuter und Gemüsesorten zum selbst pflanzen. „Es gibt Stevia Süßkraut, Ananas- und Schoko-Minze, aber auch Hugo-Minze oder Wermut vorgezogen im Topf“, so die 37-Jährige. Rar sei in diesem Jahr allerdings der „Familienbaum“, an dem mit drei Fruchtsorten eine große Auswahl süßer Köstlichkeit wachsen. Aber die große Auswahl an platzsparenden Säulenobstbäumen, die immer häufiger in Gärten zu finden sind, seien eine gute Alternative, um frische Früchte zu ernten.