Wenn der Hund ein Reh reißt

Foto: Hendrik Schulz

Rheinberg..  Die gestrige Nachricht, dass Hunde bei der täglichen Gassi-Runde in Meerbusch ein Reh gerissen haben, war schockierend. Und Anregung genug, um nachzuforschen, ob es auch in Rheinberg und Umgebung solche oder ähnliche Fälle gibt. Alfred Nimphius, Vorsitzender der Kreisjägergesellschaft Wesel, der auch für das Rheinberger Gebiet zuständig ist, erinnert sich: „Vor drei Jahren hatten wir das gleiche Phänomen auf der Alpener Straße. Da hatte ein Schäferhund ein Reh so stark verletzt, dass ich es nachher erschießen musste.“ Somit sind Hunde, die wilde Tiere reißen, auch in dieser Region kein Einzelfall.

Nimphius gibt aber Entwarnung: „Zurzeit gibt es im Raum Rheinberg keinen solchen Fall.“ Trotzdem ist das Thema präsent, denn es komme immer wieder vor, dass Hunde wilde Tiere angreifen, aber das sei nicht das einzige Problem. „Gerade im Frühling kommt es immer wieder vor, dass Hunde durch die Felder laufen und die Eier der Rebhühner in den Nestern kaputt treten“, erklärt Nimphius. Ein weiteres Problem sei es, dass die Hunde an jungen Hasen schnuppern. „Das hat zur Folge, dass die Althasen ihre Jungen dann nicht mehr annehmen.“

Momentan keine Fälle bekannt

Den Jagdtrieb kann man den Hunden nicht austreiben. „Der ist von Natur aus gegeben und der Hund kann nichts dafür. Trotzdem ist es schon die halbe Miete, wenn der Hund auf den Halter hört“, findet Alfred Nimphius. Ansonsten gibt es auch immer Möglichkeiten mit dem Hund den Gehorsam in Hundeschulen oder bei Kursen der Jägerschaft zu trainieren.

Der Vorsitzende der Kreisjägergesellschaft sieht das Problem bei den Hundebesitzern, denn diese haben ihre Liebsten oft nicht richtig im Griff. „Es ist besser, wenn man den Hund an die Leine nimmt, wenn man weiß, dass er nicht gut hört, dann kann so etwas wie in Meerbusch auch nicht passieren.“

Generell ist es für Hunde nur erlaubt, auf so genannten Hundeauslaufflächen frei zu laufen. Das sind in Rheinberg meist Feldwege, die sich außerhalb der Ortschaften befinden. „Daran halten sich aber viele Hundebesitzer nicht“, weiß Alfred Nimphius. „Sie lassen die Hunde auch auf Feldern frei herum laufen, obwohl diese keine Hundeauslaufflächen sind.“

Der Wunsch nach diesen Flächen ist bei den Rheinberger Hundebesitzern schon lange da. Sogar eine Interessengemeinschaft hatte sich zusammen geschlossen, um sich gemeinsam dafür einzusetzen. Ein Antrag wurde auch schon vor gestellt. „Leider wurde dieser abgelehnt. Die Stadt hat dafür kein Geld“, erklärt Jonny Strey, Leiter des Ordnungsamtes.

Trotzdem hatte das Planungsamt der Stadt Rheinberg eine Lösung gefunden, um den Hundebesitzern Informationen zu geben. Die so genannten Hundeauslaufwege, die auf der Internetseite der Stadt zu finden sind, zeigen eine Karte, auf der die betreffenden Wege eingezeichnet sind. „Allerdings dürfen die Hunde dort auch nur auf den Wegen und nicht daneben, also beispielsweise auf den Feldern laufen“, erklärt Jonny Strey.