Wenn das Verlangen nach Alkohol nicht aufhört
22.02.2012 | 18:46 Uhr 2012-02-22T18:46:00+0100
Rheinberg. Alkohol kann schneller zum Problem werden als man denkt. Die Suchtberatung der Caritas bietet Hilfe an
Die Alkoholleichen sind ausgeblieben über die tollen Tage. Zumindest meldet die Polizei keine größeren Vorkommnisse. Dennoch gehören Karneval und Alkohol für viele untrennbar zusammen. „Erfahrungsgemäß wird über die Karnevalstage zu viel getrunken“, sagt Johannes Albers von der Suchtberatung des Caritasverbandes Moers-Xanten, die in Rheinberg an der Goldstraße 19 eine Beratungs- und Behandlungsstelle unterhält.
Die großen Fragen sind: Wann ist der kritische Punkt überschritten? Wann tritt der Alkoholkonsum in die Phase der Sucht ein? Wann wird aus dem Gewohnheitstrinker ein Alkoholiker?
Der erste Schritt ist meist der schwerste
Für Johannes Albers gibt es mehrere Anzeichen, die auf einen zumindest riskanten Alkoholkonsum, wenn nicht auf Alkoholismus hindeuten. Alkoholbedingte Kontrollverluste; ein unbändiges Verlangen, immer weiter und immer mehr zu trinken; und Entzugserscheinungen nach dem Alkoholkonsum – all das seien Warnhinweise, sagt der Diplom-Pädagoge und Sozialarbeiter. Eine kurzfristige Abstinenz – etwa über die Fastenzeit – bringe nicht viel, wenn man zur Risikogruppe gehöre. Wirklich helfen, könne einem Alkoholiker nur der dauerhafte Verzicht.
Der erste Schritt, das Eingeständnis, dass man ein Alkoholproblem habe, sei für viele sehr schwer. „Häufig kommen sie erst zu uns, wenn der Leidensdruck zu groß geworden ist.“
Rund 300 Klienten aus dem linksrheinischen Raum zwischen Moers und Xanten kämen jährlich in die Beratungsstellen des Caritasverbandes Moers-Xanten, berichtet Albers. Die meisten seien zwischen 30 und 50 Jahre alt, rund zwei Drittel von ihnen Männer.
Die allzutollen Karnevalstage seien oft der Auslöser, etwas zu tun. „Häufig ist dann das Interesse da, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.“
Wer Hilfe braucht, kann sich telefonisch an die Suchtberatung wenden und ein erstes persönliches Gespräch vereinbaren. „Das erfolgt in der Regel sehr zeitnah.“ In der ersten Sitzung wird die persönliche Situation beleuchtet und nach möglichen Lösungswegen gesucht. Die können sehr unterschiedlich sein und von einer ambulanten Betreuung bis zur stationären Therapie mit folgender Nachsorgebehandlung reichen.
Scham oder Angst vor dem Gesichtsverlust müsse niemand haben, beruhigt Albers: „Alle Gespräche werden absolut vertraulich geführt.“
Beratungszeiten
Die Beratungsstelle ist unter Tel. 02843/971030 oder 02841/9710800 zu erreichen (montags bis donnerstags, 8.30 bis 12.30 Uhr und 13.30 bis 17 Uhr; freitags 8.30 bis 12 Uhr).
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