Weltrekordschiff steht in der Neuen Mitte Oberhausen

Als Kapitän in seinem Papierfaltschiff: Klaus Peter Beier schaffte mit 20 Helfern am Samstag am Centro einen Weltrekord.
Als Kapitän in seinem Papierfaltschiff: Klaus Peter Beier schaffte mit 20 Helfern am Samstag am Centro einen Weltrekord.
Foto: Fabian Strauch
Aus riesigen Papierrollen hat Klaus Peter Beier mit 20 Helfern einen Faltkahn von zwölf Metern Länge in der Neuen Mitte Oberhausen gebastelt.

Oberhausen..  Klaus Peter Beier wirkt nicht so, als würde er seine Mitmenschen gerne mit schimpfenden Sprüche bedenken. Trotzdem faltet der 45-Jährige gerne zusammen: Am Samstag trat er im Abenteuerpark in der Neuen Mitte mit 20 Helfern zum Weltrekord an. In nur zwei Stunden entstand in einer überdachten Lagerhalle ein Papierboot von zwölf Metern Länge.

Wie kommt man auf solch eine Idee? Ist es die Langeweile? „Oh, nein!“, sagt der gelernte Industriemechaniker. „Jeder hat doch sein eigenes Hobby. Andere wollen Schützenkönig werden, ich möchte Weltrekorde brechen.“

Daher trommelte der Handwerker aus Alpen auch viele Freunde zusammen. Kinder bemalten den Rumpf des Bootes mit Stiften. An den Logos und Wappen konnte man erkennen: Die eifrige Bastelcrew sympathisiert mit Borussia Mönchengladbach. Fußball an Bord, warum auch nicht!

Papier darf sich nicht verheddern

Auch sonst ist die Faltgeschichte durchaus sportlich zu betrachten. „Die Größe macht es nicht gerade einfach“, sagt Klaus Peter Beier und deutet auf den überdimensionalen Papierbogen, der als Spezialanfertigung direkt aus der Fabrik kommt.

Beier: „Es darf sich beim Falten, Knicken und Schieben nichts verheddern, sonst wäre die gesamte Arbeit umsonst.“ Die Technik beim Basteln ist genauso, wie man die Papierschiff-Herstellung noch aus dem Kindergarten kennt — nur eben viel, viel, viel größer.

In Zahlen klingt das so: „Das Weltrekordpapierboot ist um das 57-fache breiter und höher als mit einem üblichen DIN-A4-Bogen. Der zwölf Meter lange Papierkreuzer ist allerdings nicht für den Ententeich geeignet. Schließlich soll der fahruntüchtige Rekordkahn nicht als Titanic versinken.

Eintrag mit Guinness Buch

Das wäre auch zu schade, denn das Werk ist reif für die Geschichtsbücher: Nach dem zweistündigen Bastelabenteuer wurden Daten und Maße dokumentiert und beglaubigt. Fotos, und Baupläne gehen jetzt an die Zentrale des „Guinness Buch der Rekorde“. Dort soll das große Papierschiff aufgelistet werden. Es würde eine Bestmarke aus Skandinavien verdrängen. In Finnland falteten einheimische Bastler vor drei Jahren einen um drei Meter kürzen Kahn zusammen.

Bei der Papierauswahl gibt es übrigens klare Vorgaben. Und die sind nicht von Pappe: Klaus Peter Beier verwendete 120 Gramm schweres Papier aus Recyclingmaterial. Eine beschichtete Papiervariante, womöglich für eine Schwimmtauglichkeit, wäre nicht gestattet.

Was passiert nun mit dem Rekordfalter? Das Schiff verbleibt im Abenteuerpark am Centro. Denn durch Sponsoren, dazu zählt der Park, sammelte der Rekordjäger Geld für eine Kinderklinik.

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