Welche Vögel kommen in den Garten?

Auch die Kohlmeise verbringt den Winter in der hiesigen Region.
Auch die Kohlmeise verbringt den Winter in der hiesigen Region.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Stunde der Wintervögel

Kreis Wesel..  Vom 9. bis 11. Januar ruft die Nabu-Kreisgruppe Wesel zur Teilnahme an der 4. bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Naturfreunde sollen eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und melden. Gezählt werden soll ausschließlich im Siedlungsbereich, nicht im Wald oder im freien Feld. Im Vorjahr beteiligten sich trotz des schlechten Wetters bundesweit mehr als 90000 Naturfreunde. Auch im Kreis Wesel war die Beteiligung hoch: über 550 Naturfreunde meldeten 14000 Vögel.

Eine besondere Qualifikation außer Freude und Interesse an der Vogelwelt ist für die Teilnahme nicht nötig. Unter den Teilnehmern werden ein Leica-Fernglas sowie zahlreiche Bücher und andere Sachpreise verlost. Die Auswertung der Meldungen ist im Internet live einzusehen. Im Mittelpunkt stehen vertraute und weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Sperlinge. Wo genau kommen Sie vor, wo sind sie häufig und wo selten geworden? „Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser können wir uns für den Schutz der Vögel einsetzen“, betont Peter Malzbender, Ornithologe und geschäftsführender Vorstand der NABU-Kreisgruppe Wesel.

Geht es bei der Schwesteraktion „Stunde der Gartenvögel“ im Mai um die in Deutschland brütenden Arten, stehen im Januar jene Piepmätze im Blickpunkt, die in der Region auch bei Schnee und Kälte ausharren. Neben den sogenannten Standvögeln, die das ganze Jahr über hier bleiben, lassen sich zusätzlich Gastvögel beobachten, die im Winter nach Mitteleuropa ziehen. Bei Nahrungsengpässen tauchen in manchen Wintern auch Invasionsvögel wie Seidenschwanz, Erlenzeisig oder Bergfink auf.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Grünspecht, den LBV und NABU zum Vogel des Jahres gekürt haben. Gespannt sind die Forscher auch, ob sich das Grünfinkensterben, das im vergangenen Sommer vermehrt an Ganzjahresfutterstellen auftrat, in einer Abnahme dieser Art niederschlägt. „Auch im Kreis Wesel gab der Grünfink Anlass zur Sorge, wurden doch zahlreiche kranke und tote Tiere in Gärten oder an Futterstellen gemeldet“, so Malzbender.

Die Teilnahme ist einfach: Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt wird. Die Beobachtungen können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de oder unter www.NABU-Wesel.de bis zum 19. Januar gemeldet werden, die Ergebnisse werden dort live ausgewertet. Zudem ist am 10. und 11. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.