Vorzeigeobjekt in Orsoy – die Kindertagesstätte St. Nikolaus

Die Kindertagesstätte St. Nikolaus Orsoy machte beim Tag der Architektur mit.
Die Kindertagesstätte St. Nikolaus Orsoy machte beim Tag der Architektur mit.
Foto: Peter Bußmann
Was wir bereits wissen
Sie machte beim Tag der Architektur mit. Auch in Xanten war ein Haus zu besichtigen.

Rheinberg-Orsoy.. Seit 20 Jahren hat der Tag der Architektur Tradition, immer am letzten Juni-Wochenende eines Jahres. Diesmal öffneten in ganz Deutschland wieder mehr als 1500 Projekte ihre Türen für Interessenten. 376 Bauwerke aller Art, Quartiere, Gärten und Parks waren in den Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens für Besucher geöffnet, vom kernsanierten Altbau, dem mittelalterlichen Schloss bis zum modernen Neubau.

Mit dabei diesmal der Neubau der 3-gruppigen Kindertagesstätte St. Nikolaus in Orsoy, in Moers nochmals ein Kindergarten, in Lintfort der Neubau der Uni Rhein-Waal. In Xanten stand ein Einfamilienhaus zur Besichtigung.

Architektonisch ist Orsoys neue Kindertagesstätte unbestritten eine Augenweide, schick anzusehen. Vorbeifahrende Autoinsassen schauten unwillkürlich hin. Interessant ist sicher auch, wie bei einem solchen Zweckbau das vorgegebene pädagogische Konzept vom Architekten verwirklicht werden konnte. Der, der es gemeinsam mit der Orsoyer Kita-Leiterin Heike Finmans-Göbel und ihrem Team geplant und verwirklicht hatte, der Gelderner Architekt Marcus Heßler, stand Samstag zwei Stunden zu Führungen und Erläuterungen persönlich zur Verfügung.

Die katholische Kirchengemeinde St. Peter hatte auf ihrem Grundstück vor den Wallanlagen nahe dem früheren Kuhtor schon immer einen Kindergarten. Auf den krachte 2009 beim Orkan ein riesiger Baum, machte Mängel und Umweltsünden früherer Zeiten wie viel Asbest offenkundig. Als dann auch die „U 3“, die Kinder unter drei Jahren, einen Platz bekommen sollten, reichte es nicht mehr. Innerhalb des bestehenden Kindergartens konnte eine Erweiterung zur Betreuung unter 3-Jähriger nicht durch Um- und Anbau hergestellt werden. Ein Neubau für die drei Kindergruppen musste her. Der ist zwar schon seit einem Jahr in Betrieb. Doch sollte jetzt der gelungene Bau auch im Rahmen des Tags der Architektur Interessierten vorgestellt werden.

Orsoys neue Kindertageseinrichtung wurde in jeder Beziehung ein Vorbild, nicht nur, dass sie auf Grundlage des pädagogischen Konzepts zusammen mit Hausleitung und Vertretern des Bauherrns räumlich und gestalterisch geplant und nach modernsten pädagogischen Grundsätzen umgesetzt wurde. Auch in der Haustechnik sucht die Kita im Rheinland ihresgleichen. Strom und Wärme für die 800 Quadratmeter und die 70 betreuten Kinder erzeugt ein eigenes Mini-Blockheizkraftwerk, Das gesamte Haus wird mit sparsamster neuer fernsteuerbarer LED-Technik beleuchtet.

Eingeladen hatten Samstag die Architektenkammern der Bundesländer. Das letzte Juniwochenende ist längst bei den Liebhabern neuer Architektur und Stadtplanung ein eingeführter Termin: Bundesweit öffnen Bauherren stets am letzten Wochenende dieses Monats die Türen.

Gemeinsam mit ihren Planern zeigen sie ihre Neubauten, Umbauten, Gärten und Freiräume. Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner stellen sich den Fragen der Besucher und stellen ihre Planungen persönlich vor.

Auch in Orsoy galt es zu präsentieren, dass der Schwerpunkt des architektonischen Schaffens auf der sinnvollen und weitsichtigen Nutzung mit Blick auf Energieeffizienz und Lebenszykluskosten liegt. Architekturqualität soll ebenfalls anschaulich und erlebbar gemacht werden. Die Kita gilt als eine der modernsten und richtungweisenden im ganzen Rheinland.

In Xanten stellte sich ein modernes niederrheinisches Einfamilienhaus „mit Gemütlichkeitsgarantie“ durch die Inneneinrichtung vor. Spannend nannte sein Architekt Thomas Frücht, Xanten, auch die Kombination von Putz- und Klinkerflächen.