Verkehrswacht warnt vor Medikamenten beim Autofahren

Auch Hustensaft kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.
Auch Hustensaft kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.
Foto: nrz
Was wir bereits wissen
Selbst harmlose Arzneimittel wie Nasentropfen oder Hustensaft können die Fahrtüchtigkeit einschränken.

Kreis Wesel..  Mit der kalten Jahreszeit kommen sie plötzlich angeflogen, die Erkältungsviren. Die Folge: Schnupfen, Husten, Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen. Viele Betroffene helfen sich selbst, greifen zur Selbstmedikation mit frei verkäuflichen Präparaten.

Doch Vorsicht: „Selbst harmlose Arzneimittel wie Nasentropfen oder Hustensaft können die Fahrtüchtigkeit einschränken“, sagen der Vorsitzende der Kreis-Verkehrswacht Wesel, Peter Steinhoff, und die örtlichen Bereichsleiter. „Deshalb gilt es, in der Apotheke unbedingt Präparate ohne Nebenwirkungen zu verlangen. Herrscht Unklarheit über die Folgen der Medikamenteneinnahme, heißt es: Hände weg vom Steuer.“ Auch der Hausarzt kann über die verkehrsrelevanten Beeinträchtigungen durch Medikamente aufklären.

Je nach körperlicher Verfassung und Dosierung können die Konsequenzen Müdigkeit und nachlassende Aufmerksamkeit sein – mit möglicherweise fatalen Folgen. „Gerade Autofahrer müssen sich im Straßenverkehr voll konzentrieren, um in gefährlichen Situationen blitzschnell zu reagieren“, sagen die Experten der Kreis-Verkehrswacht. „Selbst Kaffee hebt die Wirkung nicht auf und kleine Mengen Alkohol verstärken den negativen Effekt auf das Fahrvermögen.“ Das gilt gleichermaßen auch für andere Medikamente etwa gegen Bluthochdruck, Reiseübelkeit oder Muskelverspannungen.

Subjektive Wahrnehmung

Nach Untersuchungen der Deutschen Verkehrswacht sind bundesweit bei mindestens jedem vierten Verkehrsunfall zumindest teilweise Arzneimittel im Spiel. Das Trügerische ist, dass sich viele Verkehrsteilnehmer nach der Medikamenteneinnahme in ihrer subjektiven Wahrnehmung durchaus in der Lage fühlen, ein Fahrzeug zu führen.

Im Zweifelsfall, so rät die Kreis-Verkehrswacht, sollten daher Autofahrer besser den Wagen stehen lassen und öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Zumal bei einem Verkehrsunfall, auch wenn er nicht unmittelbar selbst verursacht worden ist, der Verlust des Versicherungsschutzes, ein Bußgeld oder sogar der Entzug des Führerscheins drohen.