Veen außer Rand und Band – Büttensitzung in der Festhalle Schippers

Die „Veenze Middles“ gehörten mit ihrer Tanzeinlage zu den Highlights.
Die „Veenze Middles“ gehörten mit ihrer Tanzeinlage zu den Highlights.
Foto: arfi
Was wir bereits wissen
Mit Leidenschaft, Stimmung, guter Laune, Frohsinn und Gemütlichkeit feierten viele hundert bunt kostümierte Närrinnen und Narren.

Alpen-Veen..  Eine von vielen Karnevalshochburgen am Niederrhein ist das Krähendorf Veen. Mit Leidenschaft, Stimmung, guter Laune, Frohsinn und Gemütlichkeit feierten viele hundert bunt kostümierte Närrinnen und Narren auf der Büttensitzung des Elferrats „De Veenze Kräje“. Schon seit 1951 sind die Karnevalsveranstaltungen legendär, so war es auch am Samstag in der Festhalle Schippers.

Schönes Ambiente

Der „Veenze Fastelowend“ hat so manche Tradition. zum Beispiel die Festhalle, die wieder einmal von den Elferratsfrauen phantasievoll und gekonnt geschmückt worden war mit Krähen, Straßenschildern und Strom- beziehungsweise Telefonmasten, deren Leitungen aus golden leuchtenden Lichterketten bestanden. Sitzungspräsident Roman Merkewitsch präsentierte mit durchdringender Stimme und gekonntem Schwung die große Büttensitzung.

Man hatte den Eindruck, dass von Kind bis Senior alle Veener für den Karneval brennen – ein wirklich mitreißendes und schönes Ambiente, das die Gäste im Saal, die sich als Schlümpfe, Clowns, Vampire, Mafiosis, Blumenkinder, Panzerknacker, Polizistinnen und grellbunte Paradiesvögel verkleidet hatten, hervorzauberten. Der Sound war satt und manchmal ohrenbetäubend laut, was für zusätzlichen Frohsinn sorgte. Das diesjährige Motto „Krähenplage im ganzen Land, Veen ist außer Rand und Band“ wurde auch in diesem Jahr wieder traditionell mit einem Mottosong gekürt, der zu Beginn und beim großen Finale von Susanne und Sebastian Westermann präsentiert wurde.

Dazwischen reihte sich ein Höhepunkt an den anderen. Das „Veener Mini-Krähenballett“, 25 Mädchen im Alter bis sieben Jahre, boten eine tolle Show. Robert Achten, der einzige auswärtige Künstler, karikierte als „Dat Lisbeth“ eine schrullige alte Jungfer, die mit dreisten Sprüchen gekonnt von ihrem krummen Rücken, vom verfaulten Gebiss und vom vor Lippenstift strotzenden Gesicht ablenkte. Und dabei einfühlsam mit den Mitmenschen umging: „Ich habe jetzt DSL!“ Lisbeths Antwort: „Ach, dabei warst Du doch immer so gesund!“

Die Hymne von Borussia

Die „Veenze Middles“ – 15 Mädchen tanzten zu einem 80er Disco-Medley im Designershirt mit rosafarbenen Handschuhen und Stirnbändern – waren ein weiteres Highlight. Elferratsmitglied Markus Königs löste Wettschulden ein und sang als FC-Köln-Fan die Hymne von Borussia Mönchengladbach. Eine Stimmung wie im Fußballstadion verbreitete sich augenblicklich in der Halle. Das wohl schon legendäre „Veener Krähenballett“ machte jedem Tanzcorps aus Köln oder Düsseldorf grandios Konkurrenz. Absolut taktsicher und synchron flogen Beine und Arme, wurde Spagat getanzt. Großer Applaus war der Lohn. Eine gelungene Premiere legten die Spielerinnen der U17-Fußballmannschaft hin. Sie berichteten im Tagesschaustil über aktuelle Vorkommnisse im Dorf und parodierten das legendäre Veener Ferienlager. Ein Riesenspaß für alle!

Ebenfalls boten Nico Stölzer, die „Alte KJG“ und ein Sängerkreis, in dem sich auch Bürgermeister Thomas Ahls zur Stimme meldete, eine bunte Show. Ortsvorsteher Charly Schweden dankte in seiner Büttenrede allen Aktiven im Dorf, verglich die Festhalle mit dem Kölner Gürzenich und lobte die tolle Nachwuchsarbeit und das karnevalistische Herzblut im insgesamt 64. Jahr des karnevalistischen Treibens mit „De Veenze Kräje“.

Bis spät in die Nacht wurde gefeiert. Und wer wollte, konnte den komfortablen Bus-Shuttle zurück in den Ortskern nutzen.