Und: Knall!

Rheinberg..  Was auch ganz wichtig ist beim Böllern: Vor dem Zünden muss der Böller mit einem Korken verschlossen werden. „Der Böller braucht einen Gegendruck, damit es knallt – sonst kommt nur eine Stichflamme heraus“, so Hücklekemkes.

Und man sollte auch genau darauf achten, wo man böllert. Bei schlechtem Wetter stand die Gruppe mal unter einer Plane, in der sich Regenwasser gesammelt hatte. Geböllert wurde zwar in den freien Himmel hinein, aber der dabei entstehende Druck sorgte dafür, dass die Plane riss und einen aus der Gruppe ziemlich nass machte. Beim Erzählen darüber lachen immer noch fünf Mitglieder. Das sechste knurrt: „Das passiert aber nur einmal!“ – und muss dann auch selbst lachen.

Wie kommt man hier am Niederrhein zum Böllern? Irgendwann sind die Schützen mal auf diesem vorwiegend in Bayern üblichen Brauch aufmerksam geworden und haben ihn hierher gebracht. Am 9. Juli war es dann soweit: Die Böllergruppe trat das erste Mal öffentlich auf. Das Silvesterböllern am heutigen Mittwoch ist das dritte Mal, dass an diesem Tag in Borth auf der Schützenwiese an der Wallacher Straße gegenüber der Feuerwehr geböllert wird.

Bei der Planung des Programms sind auch die Familien der Böllergruppenmitglieder mit eingebunden. Hücklekemkes: „Wir haben uns am 1. Dezember getroffen, besprochen, was gemacht wird und wer was tut. Da sind auch unsere Frauen mit dabei. Und wir sind froh, dass wir bei unserem Hobby, bei der Planung und an dem Tag selbst von unseren Familien unterstützt werden!“

Um 10 Uhr geht es los mit dem Aufbauen. Dann werden Zelte aufgestellt, Glühwein, Würstchen und anderes für das leibliche Wohl der Besucher vorbereitet. Ab 14 Uhr treffen die anderen Böllervereine ein. Zusammen mit der Borthern werden neun Gruppen antreten. Um 14.45 wird angeböllert. „Wir wollen die Leute langsam wecken und fangen deswegen mit den kleinsten Handböllern langsam an“, erzählt Hücklekemkes. Dann läuft das Programm ab. Der Reihe nach werden die Handböller durchgeschossen, neu geladen, dann geht es wieder zurück. Anschließend wird schneller geschossen, später kommen auch noch Schaftböller, Kanonen und Standböller an die Reihe.

Am Schluss wird noch ein sogenannter FK-Salutböller eingesetzt. Dafür wird eine fertige Ladung benutzt, die erst oben in der Luft explodiert. Hücklekemkes: „Das Ganze ist wetterabhängig.“ Aber sollte alles laufen wie geplant, ist das Programm gegen 16 Uhr beendet. Anschließend gibt es ein gemütliches Beisammensein – nach dem Wunsch der Böllergruppe gerne auch mit vielen Gästen!