Tiere sind im Rheinberger Garten willkommene Gäste

Horst Wuttke (63) mag seine üppige Gartenpracht und verbringt viel Zeit im Freien.
Horst Wuttke (63) mag seine üppige Gartenpracht und verbringt viel Zeit im Freien.
Foto: NRZ
Horst Wuttke füttert Enten, Igel, Amseln und Fische in seinem grünen Idyll. Viele Erinnerungsstücke aus seiner Kindheit sind in seinem Gärtchen versteckt.

Rheinberg..  Vor fünf Jahren kamen sie aufgeregt angeflattert wie aus dem Nichts. Nun sind sie seine Stammgäste und kommen bis ins Haus. Horst Wuttke füttert in seinem Gärtchen das Entenpaar „Grete“ und „Hans“, die jedes Jahr wieder zum Fressen in seinen Garten geflogen kommen. Viele andere Tiere sind in seinem grünen Paradies ebenfalls gern gesehene Gäste.

„Die Rotkehlchen hatten mal ein Vogelhaus hier bezogen und auch ein Igel kam öfter vorbei“, verrät der Tierfreund. Alle Besucher hat er auf Fotopapier verewigt. Mehr als ein Dutzend Alben stehen in seinem Wohnzimmerschrank. Nicht nur von den fröhlich im Teich schwimmenden Goldfischen oder Amselbabys, sondern auch von Dekorationsgegenständen, Blumen und Skulpturen – eingeschneit im Sommer und umrahmt von kunterbunten Blüten im Sommer.

Am Herzen liegen dem 63-jährigen Rentner die vielen Kleinigkeiten, die es in seinem Freiluft-Paradies zu entdecken gibt: Alte Sägen, Harken, Pflüge oder Pferdegeschirre – mal vom Trödel, dem Sperrmüll oder aus dem alten Fundus seiner Eltern. „Da hängen viele Erinnerungen aus der Kindheit dran“, sagt Horst Wuttke.

Seine Vorliebe für das Gärtnern hat er von seiner Mutter. „Die hat früher immer am Wettbewerb des Gartenbauvereins Budberg teilgenommen“, verrät der gebürtige Budberger. Als seine Familie 1945 aus Schlesien gekommen war, galt es, aus einfachsten Mitteln Schönes zu zaubern. Das wollte er auch in seinem eigenen Garten verwirklichen. Aus vielen Fundstücken hat er sich so seit seinem Einzug in die Wohnsiedlung 1997 sein Gartenidyll erschaffen. „Das ist eine ständige Baustelle, er wird nie fertig“, gibt er schmunzelnd zu. Ständig dekoriert und räumt er deshalb um, verwirklicht neue Ideen.

Auch wenn sein Garten nur 70 Quadratmeter groß ist, gibt es viel für ihn zu beackern. Den Wein schneidet er zwei bis drei Mal im Jahr zurück, erntet im Herbst helle und rote Trauben und macht daraus Saft. Die Früchte seines 13 Jahre alte Himbeerstrauchs, einem Mitbringsel aus dem elterlichen Garten, verarbeitet er zu Kompott. In den Ruhepausen gönnt er sich Zeit, um seine vielen Fotos vom Garten zu sortieren und sich wissenswerte Lektüre zu Gemüte zu führen. Vielleicht ist das auch das Geheimnis für die üppig blühende Clematis, die in seinem Garten rankt. „Die fühlt sich hier wohl. Die Pflanze soll freistehen und der Wurzelbereich im Schatten liegen“, sagt der Experte. Die meisten machten außerdem den Fehler, sie an einer Hauswand zu pflanzen, da staue sich aber oft die Hitze, was der Blume nicht bekomme. Wenn er mal nicht im Grünen werkelt, Obstbaumwiesen oder Trödelmärkte besucht, grillt der Rheinberger auch gerne mal mit seiner Frau im Garten. „Aber mit richtigem Holz, das riecht besser“. Danach wird – wie es die Rheinberger Tradition so will – Underberg getrunken.

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