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"Strunk wird kostenlos entfernt"

14.02.2010 | 17:27 Uhr

Die Halt-Pölje-Büttensitzung: Wie immer jede Menge Lokalkolorit und spitze Pointen

Xanten. Wenn ein falscher Bischof die SPD veräppelt, ein echter Kaplan als Engel auf der Bühne steht und die Messdiener von St. Viktor frisch vom Ballermann kommen, dann ist es soweit: Kfd und Kolpingfamilie laden zur traditionellen Büttensitzung „Halt Pölje” ins Schützenhaus nach Xanten. Unter dem Motto „Trotz Marktsanierung, Hafenbau: Halt Pölje feiert mit Helau”, führte Sitzungspräsident Heinz Roters durch den Abend. Passend dazu war nicht nur die Bühne zur Marktbaustelle hergerichtet, die Akteure erhielten auch einen Spachtel als Karnevalsorden.

Damit die SPD

etwas zu lachen hat

Es war ein Programm gespickt mit tollen Auftritten. so nahm sich „Die Lokusfrau" alias Monika Tekath Bürgermeister Christian Strunk vor: „An einem Obststand auf dem Wochenmarkt hing über der Ananas ein Schild mit der Aufschrift: Strunk wird kostenlos entfernt." Und als der Bürgermeister angab, nach allen Seiten offen zu sein, rief einer aus der Menge „Dann kannst du ja nicht ganz dicht sein."

Helene Fischer bot den Narren bei ihrer Playbackshow mit Liedern wie „Tausendmal belogen" die Gelegenheit zum Mitsingen. Tobias Schrörs in der Rolle des Bischofs Lettmann startete den nächsten Angriff auf die Lachmuskeln. „Damals war Strunk noch Bürgermeister. Oh - Verzeihung, das war die Fassung vor der Wahl. Ich habe es drin gelassen, damit die SPD heute auch mal was zu lachen hat.”

Danach kam der große Auftritt der Kfd. Mit Staubsaugern und als Hausfrauen verkleidet boten die katholischen Frauen eine einzigartige Choreografie. Da wurden die Bürsten zu Mikrofonen und der Titel „Er gehört zu mir" erfuhr eine völlig neue Bedeutung. Mit Jan Finkemeier betrat ein echter Kaplan die Bühne. Gemeinsam mit Stephanie Franken, Illona Wilegalla und Thorsten Ferge erklärte der „pastorale Stammtisch”, weshalb katholische Geistliche dick sind und ihre evangelischen Kollegen gertenschlank. „Wenn der evangelische Pfarrer nach Hause kommt, blickt er in den leeren Kühlschrank und geht ins Bett. Bei uns ist das umgekehrt."

Die Vynener aufs

Korn genommen

Politisch wurde es bei der Büttenrede vom Sitzungspräsidenten, von seiner „Eminenz Heinz Roters" höchstpersönlich. Neben Xantens Politikgrößen bekamen vor allem die Bürger aus Vynen ihr Fett weg. „Die Rheinspatzen" nahmen das Publikum mit auf eine musikalische Bimmelbahnfahrt. In alter Tradition versahen sie Volkslieder mit neuen Texten.

Ein Höhepunkt des Abends war der Auftritt der „flotten Feger". In todschicken Seemannskostümen und mit toller Performance rissen sie das Narrenvolk von den Stühlen.

Erwin Kohl

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