Stromproduzenten mit Wow-Effekt

Rheinberg-Ossenberg..  Schon von Weitem wirken Windkraftanlagen wie überdimensionaler Spargel. Steht man aber erst am Fuße eines solchen Windrades, erkennt man die wahre Dimension. Bei zehn Schülern der Klimaschutz-AG der Europaschule sorgte die Besichtigung der fünf Bürgerwindräder in Ossenberg gestern für den Wow-Effekt. Sie legten den Kopf in den Nacken, um die Windriesen zu bestaunen, und schon galoppierte die Fantasie: „Wenn da mal ein Propellerteil runterfällt...“ oder „Da gehen wir doch nicht hoch, oder?“ kam ihnen sogleich in den Sinn.

Die Jungen und Mädchen, die sich gemeinsam mit Rheinbergs Klimaschutzmanagerin Nicole Weber F. Santos mit dem Rad auf „Klimareise“ begeben hatten, wollten sich vor Ort über das Thema Energiewende informieren. Mit Michael Hoffmeister von der Bürgerwindräder Rheinberg GmbH stand ihnen ein kompetenter Ansprechpartner Rede und Antwort.

Der stellte fest, dass auch die Jüngsten bereits gut informiert waren und jede Menge Fragen im Gepäck hatten. „Wie hoch sind die Windräder in Ossenberg?“, „Wie viel kostet ein solches Windrad?“, „Warum gibt es unterschiedliche Bauweisen?“ Und: „Wie viel Strom produzieren denn diese fünf Windräder?“ Das wollten die Fünf- und Sechstklässler wissen.

Ein Blick ins Innere

Hoffmeister gewährte den Kindern auch einen Blick ins Innere. „Vor allem die Technik ist spannend“, fand der Paul. Und Aron wäre am liebsten bis hoch auf die Spitze geklettert: „Ich bin ein echter Kletterfreak, finde aber auch den Generator und die ganzen Schalter faszinierend.“ Dass auch Kinder sehr wohl für den Klimaschutz zu interessieren sind, weiß Nicole Weber F. Santos: „Wichtig ist, dass es Bezug zum Alltag hat“, so die Klimaschutzmanagerin der Stadt. So wurden während des AG-Unterrichts unter anderem „Stromfresser“ unter den heimischen Elektronikgeräten ermittelt und in Plan- und Rollenspielen Produktionsketten beleuchtet.

Das Konzept zur „Klimareise“ hat Nicole Weber F. Santos gemeinsam mit Klimaschutzbeauftragten anderer NRW-Kommunen entwickelt. Als Pilotprojekt wurde es jetzt in Rheinberg, Bonn und Mönchengladbach gestartet. Für die Europaschüler stand außerdem der Besuch der Biogasanlage in Borth sowie der Photovoltaikanlage der Firma Geerkens auf dem Programm der „Klimareise“.