Stromausfall in Rheinberg lässt Eis schmelzen

Eisverkäufer Lorinhatte später noch Eis im Angebot, einige Sorten mussten wegen des Stromausfalls jedoch im Müll landen.
Eisverkäufer Lorinhatte später noch Eis im Angebot, einige Sorten mussten wegen des Stromausfalls jedoch im Müll landen.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Ein etwa einstündiger Blackout sorgte für Erstaunen bei Geschäftsleuten und Kunden in der Rheinberger Innenstadt. Grund war ein durchtrenntes Mittelspannungskabel.

Rheinberg..  Gemeinschaftlich standen sie auf dem Großen Markt und fragten sich, was geschehen sei. Ein knapp einstündiger Stromausfall lockte sowohl Geschäftsleute als auch ihre Kunden aus den Ladenlokalen.

In großen Teilen von Rheinbergs Innenstadt, in Alpsray, Millingen und Vierbaum gingen gegen 12.40 Uhr die Lichter aus. Grund war ein gekapptes Mittelspannungsstromkabel an der Straße Minkeldonk, berichtet eine Sprecherin der Westnetz-GmbH. Die meisten Haushalte hatten gegen 13.26 Uhr wieder Strom.

Doch Eiscaféinhaber Stefano Giordani traf der Blackout bei strahlendem Sonnenschein zur falschen Zeit. „Mit ist die halbe Theke weggeschmolzen“, beklagt er sich. Er musste fünf große Eisbehälter entsorgen. Wenn Eis einmal schmilzt, kann es nicht wieder eingefroren werden. „Den Rest haben wir gerettet und in den großen Kühlschrank in der Küche geräumt“, erklärt der Betreiber von „Dolce Vita“ am Großen Markt.

Er hielt zwar den Betrieb aufrecht, aber konnte weder Sahne noch Kaffee servieren. Den Schaden hat er direkt an seine Versicherung gemeldet.

Ganz in der Nähe ging auch bei Hörgeräte Geers gar nichts mehr. „Ich hatte nicht mal ein Handynetz“, berichtet Fachgeschäftsleiter Martin Ahls ungläubig. „Zum Glück hatte ich in der Zeit keine Kunden, sonst hätte ich nichts machen können“.

Er sei, wie alle anderen Geschäftstreibenden um ihn herum, auf die Straße gegangen, um zu gucken, was los sei. „Das trägt zur Nachbarschaftspflege bei“, findet Sabrina Thoma, Inhaberin des Restaurants „Kleines Rotes“. „Wir hatten Glück im Unglück“, fügt Mitinhaber Franz-Benedikt Schulte hinzu. Immerhin sei der Stromausfall ja relativ kurz gewesen.

Verständnisvolle Kunden

Färben, aber nicht föhnen konnte Johanna Maurer vom Friseurgeschäft Wawer während des Stromausfalls. „Wir hatten warmes Wasser – Gott sei dank“, sagt sie. Aber der Föhn hätte natürlich nicht funktioniert. „Aber meine Kunden sind da ganz easy, ich habe nur liebe Kunden“, findet sie. Und bei dem schönen Wetter würden die Haare ja auch an der frischen Luft gut trocknen.

Bei der Polizei in Rheinberg kam in der Mittagszeit ebenfalls kein Strom aus der Steckdose. „Aber der Notruf 110 lief über die Polizeikreisbehörde Wesel“, erklärte der wachhabende Beamte Stefan Damschen. Erreichbar seien die Beamten in Rheinberg die ganze Zeit über akkubetriebene Funkgeräte gewesen. Als der Strom wieder da war, gab es jedoch Anrufe von besorgten Bürgern, die den Grund des Ausfalls in Erfahrung bringen wollten.

Obwohl das Kabel ganz in der Nähe des Logistikzentrums von Amazon durchtrennt wurde, kam es dort zu keinem Stromausfall.