Starke Waldbrandgefahr in Rheinberg, Sonsbeck, Xanten und Alpen

Feuer in Alpen-Menzelen
Feuer in Alpen-Menzelen
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Feuerwehrleute und Förster warnen vor Feuern durch brennende Zigaretten, heiße Katalysatoren oder Scherben. Risiko steigt in kommenden Tagen noch an.

Rheinberg/Alpen/Sonsbeck/Xanten..  Glühende Hitze, ausgedörrte Böden: Die Waldbrandgefahr ist derzeit stark, ein Feuer schnell entfacht. Die mehr als 500 Feuerwehrleute aus Rheinberg, Alpen, Sonsbeck und Xanten sind in Alarmbereitschaft. Am Dienstag gab es bereits den ersten Brand.

„Eine 100 bis 150 Quadratmeter große Fläche an der Bönninger Straße stand in Brand“, berichtet Marco Giesen, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Alpen. Als um 16.39 Uhr der Alarm auslöste, stand die Windrichtung ungünstig. Verstärkung aus Birten und das 5000 Liter fassende Tanklöschfahrzeug aus Rheinberg mussten ausrücken. Nach knapp zwei Stunden war der Brand gelöscht.

Die Gefahr ist aber noch nicht gebannt. „Wir sind bei einem Waldbrandindex von drei mit steigender Tendenz auf vier. Für uns ist das schon eine starke Waldbrandgefahr“, sagt Otto Pöll von der Forstbehörde Wesel. Die Forstbehörde denkt darüber nach, die Waldbrandbereitschaft zu intensivieren: die Feuerwachtürme – wie den in der Leucht – zu besetzen, Waldbrandstreifen und Kontrollrundgänge abzuhalten und Privatflugplätze zu informieren: „Die meisten Hinweise bekommen wir von Hobby-Fliegern oder Erholungssuchenden.“ Bei der Brandbekäm-pfung sei man auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen.

Zwar prognostiziert der Deutsche Wetterdienst für das kommende Wochenende, dass mit einer Gewitterneigung auch die Waldbrandgefahr leicht sinken könne, aber der Boden wird trocken bleiben. „Jetzt haben wir morgens noch Taubildung, aber das wird in den kommenden Tagen nachlassen“, warnt Pöll.

Brandgefahr durch Katalysatoren

„Der Boden ist momentan sehr porös“, bestätigt CDU-Abgeordnete Marie-Luise Fasse, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald NRW. Heiße Katalysatoren an den Mopeds von Jugendlichen, die sich in der Leucht träfen oder von Treckern auf Feldern seien hohe Risiken.

„Man sollte es tunlichst unterlassen, die Kippe aus dem Autofenster zu werfen“, mahnt Markus Windhuis von der Feuerwehr Xanten zur Vorsicht. Marco Giesen von der Feuerwehr Alpen sagt: „Der Klassiker für Brände sind Zigaretten und Scherben, sie gehören nicht in den Wald.“ Wem eine Rauchentwicklung auffalle, solle sich sofort an die Feuerwehr wenden: „Und zwar mit genauer Ortsbeschreibung.“

3000 Hektar Wald gibt es, nach Einschätzung von Förster Pöll, im Bereich Alpen, Sonsbeck, Rheinberg und Xanten. „Auf ein Drittel davon müssen wir besonders aufpassen“, so der Waldexperte, denn dabei handele es sich um trockene Standorte mit Nadelwald.

Ein Waldbrand entsteht immer gleich: „Es gibt dabei keine natürlichen Ursachen. Entweder wird er angezündet oder es passiert fahrlässig.“ Die berühmte Glasscherbe im Wald löst seiner Meinung nach ähnlich selten einen Brand aus, wie der Blitzeinschlag.

Wenn die Gefahr weiter ansteigt, werden zwischen Rommerskirchen und Emmerich 40 Mann aus dem Forstbereich zur Beobachtung eingesetzt. In Alpen und Sonsbeck sind dann je 100, in Xanten 170 und in Rheinberg knapp 200 Feuerwehrleute in höchster Alarmbereitschaft.