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Sprechstunde beim Energie-Arzt

19.02.2010 | 21:30 Uhr

Die städtische Sanierungsoffensive „Dr. Haus” geht Montag in die nächste Runde, 3600 Beratungen sind bis 2012 geplant.

Rheinberg. Die Sanierungsoffensive der Stadt, „Dr. Haus”, ist recht gut angelaufen. Mit dem Angebot kostenloser Beratungen durch zertifizierte Energieberater will Rheinberg helfen, die Klimaschutzziele der Bundesregierung umzusetzen. „Ohne die Mitwirkung der Bürger, besonders der Hausbesitzer, ist es unmöglich, bis 2020 die CO-Emmissionen um 30 Prozent zu senken”, sagt Jens Harnack, der Leiter der Stabsstelle Nachhaltigkeit.

Im privaten Bereich, so Harnack, biete die Altbausanierung die größte Einsparmöglichkeit. Denn rund 30 Prozent des privaten Energiebedarfs geht für Wärme drauf. Um die Hausbesitzer für dieses Problem zu sensibilisieren, bekommen 200 Hausbesitzer pro Stadtteil am Anfang Post von der Stadt. Im Anschluss sind zwei Wochen lang zwei von der Stadt bezahlte Energieberater von Haustür zu Haustür unterwegs, und suchen energetische Schwachstellen. Diese Erstberatung ist kostenlos, danach muss sich der Eigentümer an das örtliche Handwerk oder andere Berater wenden.

Drei Aktionen sind bereits gelaufen, so im November in Millingen. Für eine kurze Erstberatung hatten sich 34 Prozent der Hauseigentümer entschieden, elf der 200 Angeschriebenen für die ausführliche Beratung. 40 wollten immerhin die Informationsmappe haben, 80 Eigentümer zeigten gar kein Interesse. Im Ortsteil Borth lief die Aktion mit einer etwas schlechteren Bilanz ab. Am Montag startet „Dr. Haus” in Orsoy.

Zwei Wochen lang werden dann die Energieberater Heinz Frütel und Michael Welschen dort die Klinken putzen, ab dem 8. März praktiziert „Dr. Haus” dann in Ossenberg. Bis zum Herbst 2012 sollen 18 solcher stadtteilbezogenen Aktionen durchgeführt worden sein.

150 000 Euro lässt sich die Stadt ihren „Dr. Haus” kosten, und damit ist Rheinberg Spitze: Keine Stadt oder Gemeinde in Deutschland hat ein so ehrgeiziges Programm, und stellt eine ähnliche Summe zur Verfügung. Lachend gibt Jens Harnack zu, dass man das Projekt allerdings nicht selbst entwickelt habe: „Die Idee haben wir aus dem Münsterland geklaut”.

Den Namen „Dr. Haus” allerdings haben sie in Rheinberg erfunden – und sich auch schon schützen lassen. In den drei münsterländischen Kreisen hatten die Energieberater recht erfolgreich an die Haustüren geklopft. Doch Rheinberg will mehr: Was dort in vier Jahren in immerhin 30 Kommunen erreicht wurde, wollen sie hier bis 2012 im Alleingang schaffen: 3600 Patienten soll „Dr. Haus” bis dann eingehend untersucht haben.

Peter Bußmann

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