Spaziergänger beschimpfen Jäger auf der Pirsch
16.11.2009 | 19:33 Uhr 2009-11-16T19:33:00+0100
Alpen. Wenn es die Jäger dieser dunklen Tage im Kreis Wesel auf die Pirsch zieht, droht Ungemach. Nicht nur den Wildtieren, auch den Waidmännern. Sie werden von aufgeschreckten Spaziergängern auch mal als "Mörder" beschimpft. Die Kreisjägerschaft Wesel setzt auf Aufklärung statt Konfrontation.
Jäger müssen auf die Pirsch gehen, um Bestände zu regulieren. Das zieht Konflikte mit Spaziergängern nach sich. Die Kreisjägerschaft Wesel setzt auf Aufklärung statt Konfrontation.
Wenn es draußen früher dunkel wird, die Wege im Wald voller Matsch sind, dann ist für Alfred Nimphius die Zeit gekommen, Gummistiefel anzuziehen, den Hut aufzusetzen und die Flinte aus dem Schrank zu holen. Alfred Nimphius ist Jäger und als solcher in der Kreisjägerschaft Wesel für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Die beiden letzten Monate des Jahres bedeuten für ihn Hochsaison, denn traditionell sind der November und Dezember die Zeit, in der es die Jäger auf die Pirsch zieht – und in denen es die Probleme mit Bürgern und Naturfreunden gibt.
Kein Mordsspaß, sondern Einsatz für das natürliche Gleichgewicht
Diesmal hat es Nimphius und sieben Jagdbrüder in den Wald von Drüpt, einem von gut 20 Revieren in der Umgebung, verschlagen. Klar, dass ihnen dort nicht nur Tiere begegnen. Die unangenehmsten Begegnungen gibt's mit Spaziergängern. „Immer wieder nennen uns Gegner Mörder", berichtet Nimphius. Man lernt, damit umzugehen – mittlerweile haben es sich die Jäger aber auf die Fahne geschrieben, bei Konfrontationen Aufklärung zu betreiben.
Anstatt dem Konflikt aus dem Weg zu gehen, suchen die Jäger das Gespräch. „Wir erklären ihnen dann freundlich, warum wir das machen”, sagt Nimphius. Es ist nämlich nicht die pure Lust am Töten, die Jäger in die Wälder treibt. Einige Wildarten genießen im Kreis ganzjährigen Schutz, Hasen und Fasane dürfen nur zu bestimmten Zeiten gejagt werden.
Argumente für mehr Verständnis
Trotzdem müssen Bestände reguliert, ein Gleichgewicht zwischen Pflanzen und Tieren hergestellt werden. „Wir jagen ja auch nur so viel Wild, dass der Bestand noch groß genug bleibt, um auch etwas im Folgejahr zu haben.”
Meistens erweist sich dann schon nur eine Frage als Konfliktlöser: „Ob sie denn Fleisch essen würden”, erklärt Nimphius. Ist dies der Fall, könne er den Leuten sagen, „dass Schweine und Rinder eben auch nicht wegen Liebeskummer sterben.” Die Passanten ändern ihre Meinung nicht gleich um 180 Grad, würden aber immerhin etwas mehr Verständnis entwickeln. Nur gut, dass es noch nicht zu allzu rabiaten Auseinandersetzungen oder gar bedauerlichen Unfällen mit Unbeteiligten gekommen ist.
Nicht gleich zusammenzucken, wenn Schüsse fallen
„Die Polizei war hier noch nicht im Boot”, sagt Nimphius, „aber das hat's in verschiedenen Revieren gegeben.” Grenzenloses Verständnis können und wollen die Jäger gar nicht erwarten – sie wollen die Bürger wohl aber dafür sensibilisieren, „nicht gleich zusammenzucken und zu denken, hier bricht ein Krieg aus, wenn man mal Schüsse hört.”
Das kann natürlich vorrangig bei der großen Treibjagd passieren, wenn es 20 bis 30 Jäger und Treiber auf Feldhasen, Kaninchen, Fasane, Enten und Tauben abgesehen haben. „In jedem Revier gibt's aber auch nur eine derart große Jagd”, betont Nimphius. Es muss also keinen Streit mit Spaziergängern geben – Fingerspitzengefühl auf beiden Seiten könnte allerdings nicht schaden, wenn es doch zu Meinungsverschiedenheiten kommt.
09:50
Ich hoffe, Werner, Sie haben diese Morddrohung zur Anzeige gebracht! Einen kleinen Hund vor den Augen des kleinen Mädchens zu ermorden, was da alles hätte passieren können.
MÖRDER raus aus deutschen Wäldern!
01:26
Ich bin auch mal einigen sog. Jägern begegnet.
In einem für Spaziergängern (mit aber auch ohne Hund) angelegtem Gebiet an der Oberhauser Str. in DU/OB.
Einer dieser arroganten Waidmänner scheißt da ein kleines 8-10-jähriges Mädchen zusammen, welches ihren Hund nicht an der Leine hatte (EINEN fast noch WELPEN) !!!!
....und das mit der Androhung, den Hund abzuschießen !!!
Dieses öffentlich zugängliche Gebiet ist also auch Jagdrevier - wohl um da ein paar Füchse abzuknallen !!!
Ihr Jäger fühlt euch wohl als Volk mit eigens für euch bestimmten Rechten ???
Ihr schießt also auf alles, was frei rumläuft ??
11:21
unbestechlicher,
das ist so, ist man als Jäger alleine im Wald und trifft man auf einen (1) total engagierten Spaziergänger, murmelt der total engagierte Spaziergänger höchstens was in seinen Bart. Sind die Spaziergänger in der Überzahl werden sie dank Zeugen schon mutiger bzw. noch engagierter. Da vertun sich die naturliebhabenden Stadtbewohner schon mal. Da wird dann aus dem bösen Wort, welches nur zurückgeworfen wird schnell mal der Eindruck der wollte uns tot machen... und nach Alkohol hat er auch noch gestunken... und ein SUV hatte der sicherlich auch. Frühzeitiges Hantieren mit der Videokamera bei bevorstehender Begegnung wirkt bei solchen Grüppchen übrigens Wunder!
Tja, und warum es nicht einfach ist, Wildsäue bei ihrer Grabearbeit zu beobachten, kann man vielleicht neugierigen Kindern gut erklären, aber bei verblendeten Erwachsenen ist das leider nicht möglich, die trauen sich nicht, Neues zu lernen.
Was mich aber wirkich wundert ist, dass die vielen investigativen Totalengagierten (Gruß an den Plärrvogel) zwar immer wie durch Zufall auf Kadaver, Müll oä. stoßen, aber leider abends oder nachts keine Zeit finden, im Wald zu sein. Mit geeigneter Ausrüstung könnten die das doch dokumentieren, oder wollen die lieber eine Armee von total engagierten Unbestechlichen Lemming spielen lassen. Die brauchen vielleicht willige Mitläufer!?
19:04
Na der oejv hat sich gebildet weil die normale Jägerschaft gesellschaftlich nicht mehr tragbar ist. Aber denen geht es auch nur um die Jagd. Man kapselt sich ab und behauptet man wäre anders. Dem Wild ist es egal aus welchem Lauf die Kugel kommt.
Und Stny74 schreibt so schön das die Leute im Wald nicht diskutieren. Wer tut das schon gerne wenn man ihm praktisch eine Waffe an den Kopf hält oder seinen Bauch zielt. Ein Jäger wäre doch der erste der sich in die Hose pißt weil sie das nicht gewöhnt sind.
Zum Thema Sozialneid kann ich nur sagen das ich nicht gerne zu einer Randgruppe asozialer gehören möchte. Was nutzt denen der SUV, das Haus, die Waffe, wenn er 2m tief unter der Erde liegt? Vielleicht sollte man diese Dinge den Jägern künftig beilegen, gepreßt natürlich. Die Umwelt verschmutzen sie ja schon vor ihrem Tod.
@kdi: man kann Waldbesitzern nicht verbieten zu verpachten aber im Gegenzug darf man BAuern auch nicht Zwangsbejagen. Aber das ist sicher bald vorbei. Und wenn die Bauern dann mehr ihren Verstand einsetzen als im TV Frauen zu suchen kommen sie mal darauf das ein einfache Weidezaun zuverlässig vor Wildschaden schützt.
Ist eigentlich noch niemandnen aufgefallen das immer die Schäden gezeigt werden aber fast nie Wildsäue dabei? Graben womöglich die Jäger selber um?
10:57
@Luzia
Es geht überhaupt nicht um Vegetarier oder ob Jäger mörder sind... Es geht schlicht und ergreifend darum das ein Teil der Jägerschaft ihren Pflichten nicht nachkommt...
kdi sagt es ihr Eigentum Eigentum verpflichtet in Deutschland das haben einige wohl vergessen.
Der http://www.oejv.de/ ist bestimmt bereit weitere Auskünfte zu geben wie eine moderne Jagt auszusehen hat.
07:31
Als Vegetarier verfolge ich die Aufregung über das Thema Jagd mit großem Interesse. Selbst kein Verfechter der Jagd möchte ich diejenigen, die sich hier äußern und die ihr Fleisch in einem Supermarkt kaufen, fragen: wo ist der Aufreger? Was macht den Unterschied aus zwischen Bolzenschussgerät und Flinte? Liegt der Unterschied vielleicht darin, dass der Normalverbraucher im Supermarkt das Fleisch ohne Gesicht präsentiert bekommt und die Schlachthöfe weit genug außerhalb liegen und man mit dem Schlachtprozess nicht konfrontiert wird? Wird die Waldidylle des Spaziergängers zerstört, wenn er einen Jäger mit seinem geschossenen Wild sieht? Selbstverständlich ist die Jagd etwas sehr martialisches und als Nicht-Jäger schwer zu ertragen- doch für mich erklärt sich auch nach reiflicher Überlegung der Unterschied nicht. Obwohl meinerseits keine großen Sympathien für jäger und ihre oft schwammigen Begründungen für ihr Hobby bestehen, muss ich doch sagen, dass ich den Jäger an sich als konsequent verstehe- er oder sie ist in der Lage für seinen Fleischvorrat rein theoretisch selbst zu sorgen, weil es ihn nicht stört eigenhändig zu töten. Konsequent bis zur Ausführung. Führt man diese Diskussion über die Jagd, sollte es einen andrenen Ansatzpunkt geben, als das immer wiederkehrende Argument des öffentlichen Tötens. Als oft belächelter Vegetarier, der sich aus philosophischen Gründen für diese Lebensweise entschieden hat, würde ich mir eine Reflektion der konsequenzen meines eigenen Handelns wünschen. Ich gehöre nicht zu der Sorte derer, die die Menschheit zum Vegetrismus bekehren möchte, sondern praktiziere meine Einstellung leise für mich-doch möchte ich als Angehörige einer Randgruppe nocheinmal die Frage stellen: Wo liegt der Unterschied?
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23:38
1.) Die Wälder sind zu ca. 65-70% in privater Hand.
2.) Die Wildtiere gehören zu dem Grund und Boden auf denen sie stehen.
3.) Die Jagd ist gesetzlich geregelt (Schonzeit etc.)
4.) Genauso wenig wie man einem Bauern verbieten kann, sein Land wirtschaftlich zu nutzen (z. Bsp durch Nutzvieh), so hat der Waldbauer bzw. -besitzer das Recht seine Flächen wirtschaftlich zu verwerten (d.h. auch für die Jagdverpachtung).
Und ob Wildtiere geschossen werden oder Tiere in Schlachthöfe getötet werden, ist im Prinzip einerlei. Die Wildtiere haben sicherlich bis dato vermutlich ein angenehmeres Leben gehabt, als die meisten Nutztiere.
Und die Mär von den bösen Jäger, die hat man schon zu Großvaterszeiten erzählt. Solche Begegnungen passieren sonderbarerweise immer nur andere, mir noch nicht, obwohl ich viel in der Natur unterwegs bin.
Aber vielleicht kommt einfach da nur der Sozialneid durch.