Sonsbecker Garten ersetzt Fernsehunterhaltung

Monika Wessels und ihr Hund Kira halten sich gerne im Garten auf, beobachten die Frösche im Teich und die Vögel.
Monika Wessels und ihr Hund Kira halten sich gerne im Garten auf, beobachten die Frösche im Teich und die Vögel.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Zaunkönige, Frösche und Iltisse kann Monika Wessels in ihrem Grün beobachten. Rund zehn Vogelhäuschen sind jedes Jahr bei den heimischen Vögeln heiß begehrt.

Sonsbeck..  „Sind das Motten, die hier rumflattern?“, fragt sich Monika Wessels manchmal. Dann schaut sie aber genauer hin. Nein, es sind die kleinen Vögel, die ihre ersten Flugversuche unternehmen. Rund zehn Vogelhäuschen hängen im Garten der 51-Jährigen. Entsprechend viel Nachwuchs kann sie im Frühjahr beobachten. Amseln, Spatzen, Meisen und Zaunkönige brüten hier. „Im Winter ist das ein Traum, da sitzen wir am Fenster und beobachten 20 bis 30 Vögel“, freut sich Monika Wessels.

Neben den vielen Brutmöglichkeiten bietet sie den heimischen Vögeln auch Futter und eine „Fundgrube“: „Hier legt mein Schwiegervater Federn und Stroh für den Nestbau hinein.“ Dieser unterstütze sie auch sonst tatkräftig bei ihrer Gartenarbeit. Während der Rentner eher für das „Grobe“ verantwortlich ist, kümmert sich die Sonsbeckerin um das „Feine“.

Seit zwölf Jahren wohnt sie mit ihrem Mann und den Schwiegereltern in ihrem großen Haus. Als sie einzogen, war das Gebäude von Brachland umgeben. „Ich wollte erst keinen Garten, ich dachte, das sei zu viel Arbeit“, gibt sie zu. Schnell entwickelten die neuen Besitzer viele Ideen für die zwei unterschiedlichen Höhenlagen des Gartens. Heute findet sie die Gartenarbeit absolut entspannend. „Bei Stress, Kummer oder Sorgen mach ich zwei Stunden Gartenarbeit oder fahr zu meinem Pferd – da muss ich raus.“

Die Wessels haben es sich mit Gartenteich, Gartenhäuschen und einer Grillterrasse so richtig gemütlich gemacht. Selbst den offenen städtischen Kanal der an ihrem Grundstück vorbeiführt haben sie bepflanzt. „900 Vincas habe ich hier gesetzt“, sagt sie. Zu beiden Seiten blüht der Kanal nun in dezentem Lila. Sie hat sogar schon eine Iltis-Familie beobachtet, die in der Kanalöffnung ihren Unterschlupf gefunden hat.

Auch den Fröschen hört sie gerne zu, auch wenn sie im Frühjahr besonders laut quaken. Der Garten dient aber nicht nur zur Erholung, sondern auch dem leiblichen Wohl. Hier wird häufig gegrillt und aus den frischen Blau- und Brombeeren macht die Naturliebhaberin Marmelade. Die Früchte des Holunderstrauches verarbeitet sie zu Gelee und die Blüten erntet sie für, um sich einen „Hugo“ zuzubereiten. Die Blätter des Olivenbaums kocht Wessels und vermengt diese mit Tonerde zu einer Gesichtsmaske.

In ihrem Garten mag sie es am liebsten abwechslungsreich: „Alle Blumen, die bunt sind, sind meine Lieblingsblumen.“ Dabei setzt sie auf heimische Arten und verzichtet auf Gift. Auch den Wühlmäusen lässt sie freien Lauf: „Ich bin ein absoluter Naturmensch. Das ist eine Lebenseinstellung.“