Sommerfestspiele in Xanten werden nicht fortgesetzt
07.08.2012 | 20:09 Uhr 2012-08-07T20:09:00+0200
Xanten. Der Arena-Veranstalter hat nach einem Streit mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) den Rückzug aus Xanten bekannt gegeben. Damit droht den Sommerfestspielen das Aus. Bürgermeister Christian Strunk äußerte sich enttäuscht und warf dem RVR Unflexibilität vor.
Das Aus für die Sommerfestspiele in Xanten ist da. Mit der Aufführung der Veranstaltungsreihe ab Donnerstag, 8. August, wird das Bühnenspektakel zum letzten Mal im römischen Amphitheater stattfinden. Danach will sich der Veranstalter Arena-Theater GmbH aus Xanten zurückziehen. Arena-Geschäftsführer Walter Schürmann: „2013 werden wir keine Sommerfestspiele mehr veranstalten. Der Grund für unseren Rückzug ist die Entscheidung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), die uns auf die Zeit der Sommerferien festlegt. Dadurch haben wir Zuschauerverluste von 30 bis 40 Prozent.“
Sommerfestspiele erhalten keine Zuschüsse
Seit Wochen ringen die Arena GmbH als Veranstalter und der LVR als Hausherr des römischen Amphitheaters hinter den Kulissen um die künftige Spielzeit für das dreiwöchige Spektakel.
Sommerfestspiele, die wie in diesem Jahr komplett in die Sommerferien fallen, hat Arena-Geschäftsführer Schürmann für Veranstaltungen ab 2013 ausgeschlossen: „Die Sommerfestspiele werden nicht gefördert und bekommen auch keine Zuschüsse. Als wirtschaftlich denkendes Unternehmen müssen wir darauf achten, dass genügend Zuschauer kommen.“ In den Sommerferien sei es jedoch nicht möglich, das 3000 Zuschauer fassende römische Amphitheater zu füllen.
Bürgermeister äußerte sich enttäuscht
So sei der Premierenabend am morgigen Donnerstag trotz des Feuerwerks nicht ausverkauft. Karten gebe es auch noch für andere Spielabende wie die „Die Nacht der Tenöre“ und das Musical „Hair“. Offen sei zur Zeit noch, ob es ab dem kommenden Jahr auf der Waldbühne des Amphitheaters in Xanten-Birten Aufführungen im Rahmen von „Mini-Sommerfestspielen“ geben wird.
Bürgermeister Christian Strunk, äußerte sich gestern enttäuscht: „Das ist ein Hammer. Die Haltung des LVR ist völlig unverständlich. Das Entgegenkommen gegenüber dem Veranstalter wäre nur ein kleines gewesen.“ Wie Walter Schürmann berichtet, habe sich Bürgermeister Christian Strunk in den Gesprächen mit dem LVR für flexible Spielzeiten eingesetzt.
Sommerfestspiele als Touristenmagnet
Auch Ingo Martell, Sprecher des Archäologischen Parks , bedauerte gestern die Entscheidung Schürmanns: „Das ist das erste Mal, dass die Arena darauf bestanden hat, dass die Festspiele in der Zeit vor den Sommerferien stattfinden müssen. In dieser besucherstarken Zeit haben wir allein 19.000 Gäste in den Führungen.“ Weil das Amphitheater der zentrale Punkt für die Führungen sei, sei es problematisch, wenn die Arena wochenlang mit der Technik für die Bühnenaufführungen zugestellt wird.
Die Sommerfestspiele in Xanten werden 2012 zum 30. Mal aufgeführt. Die Nachricht vom Aus des dreiwöchigen Spektakels fällt also genau in das Jubiläumsjahr. Für Xanten bedeutet die Absage des Veranstalters einen Tiefschlag. Mit 30.000 bis 40.000 Besuchern, die zum Teil von weither auch aus anderen Bundesländern anreisen, sind die Sommerfestspiele ein touristischer Magnet. Denn bisher war das kulturell interessierte Klientel auch ein Garant für ausgebuchte Hotels und gut besuchte Restaurants in der Stadt.
Kritiker der Sommerfestspiele bemängeln die hohen Eintrittspreise, die ein breites Publikum von den Aufführungen abhalten würden.
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