Sommerbiathlon Alpen – Samstag aufs Rad, Sonntag auf die Piste

Beim 7. Niederrheinischer Sommerbiathlon auf der Schützenwiese Bönninghardt
Beim 7. Niederrheinischer Sommerbiathlon auf der Schützenwiese Bönninghardt
Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Am 20. und 21. Juni steigt die 8. Auflage des Sommerbiathlons auf der Bönninghardt. Plastikröhre zeigt die aktuelle Platzierung der Teilnehmer. Organisatoren hoffen auf gute Resonanz.

Alpen-Bönninghardt..  Wenn Stefan Schoofs über den Niederrheinischen Sommerbiathlon spricht, dann schwingt viel Routine mit in seinen Ausführungen. Sieben Mal hat der Bürgerschützenverein Bönninghardt den Kultlauf bereits ausgerichtet, im Juni 2015 steigt die 8. Auflage. Doch die Routine in Schoofs’ Stimme ist nicht ein Ausdruck von Langeweile, sondern zeugt von einem großen Erfahrungsschatz. „Wir haben viel gelernt in den Jahren“, sagt der Bönninghardter. Und so kommt das Team rund um den BSV-Vorstand dem Ziel, einen idealtypischen Wettbewerb auszurichten, Stück für Stück näher.

Kleine Innovation

Auf eine kleine Innovation können sich Teilnehmer und Zuschauer im Sommer freuen: eine ungefähr 1,50m hohe transparente Plastikröhre wird künftig neben jedem Schießstand aufgebaut sein. Darein fällt nach jedem Schießen eine bunte Kugel. „Damit alle nachvollziehen können, wer auf welcher Position im Rennen liegt“, so Schoofs. Ein einfaches Verfahren, das man Transparenz und Übersichtlichkeit schafft. Die Idee haben sich die Bönninghardter bei den Kollegen aus Kevelaer abgeschaut. Ansonsten bleibt alles beim Alten: samstags gehen die Radfahrer an den Start, am Sonntag dann legen die Läufer nach. Im Vorlauf finden in beiden Disziplinen drei Vorläufe statt, bei denen maximal 12 Mannschaften pro Lauf an den Start gehen können. Die drei Finalläufe um Bronze, Silber und Gold haben sich bewährt, jedes Team kann sich so in zwei Durchgängen bewähren. Eine Runde bei den Radfahrern ist einen Kilometer lang, die Distanz für die Läufer beträgt 500 Meter. In den Vorläufen haben die Athleten acht Versuche, um die fünf Scheiben zu treffen, im Finallauf muss dann für eine weiße Weste jeder Schuss ein Treffer sein. „Der Modus passt, wir wollen den Wettkampf nicht künstlich aufblähen. Der Sommerbiathlon ist keine Massenabfertigung, sondern soll jeden Athleten zufrieden stellen.“

Goldgräberstimmung ist ein Wort, das Stefan Schoofs in den vergangenen Jahren oft bemüht hat. Die wollte er nämlich nie aufkommen lassen. Große Preisgelder gab es nie auf der Bönninghardt, die Sachpreise wurden meist in flüssiger Form verteilt. Es ist ein Wochenende für Hobbysportler, nicht für Profis. Deshalb und aufgrund des nicht eintretenden Multiplikatoren-Effektes hat sich der BSV auf dazu entschieden, die „Rheinische Biathlon Trophy“ nicht weiter zu unterstützen. 2011 wurde diese Trophy zum ersten Mal als Anreiz für Sportler ausgetragen, die an allen vier Biathlon-Veranstaltungen im Rheinland teilgenommen hatten. Damit ist nun Schluss.

Ansonsten hoffen Stefan Schoofs und sein Team, dem Trend des vergangenen Sommers entgegen wirken zu können. „2013 war der Tiefpunkt, das muss man klar sagen. Es waren nur 60 Mannschaften am Start, im ersten Jahr waren es 96.“ Aber, auch das sagt er ganz klar, die Flinte wird so schnell nicht ins Korn geworfen: „Das ist jetzt die achte Auflage. Wir haben immer gesagt, dass wir es bis zum 10. Mal durchziehen. Noch sind wir in der Bringschuld!“