Solvay-Bad Rheinberg hat zurzeit zwei Warmbadetage

Im Solvay-Hallenbad kann zurzeit an zwei Tagen in wärmerem Wasser gebadet werden.
Im Solvay-Hallenbad kann zurzeit an zwei Tagen in wärmerem Wasser gebadet werden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Am Mittwoch und Samstag wird die Wassertemperatur erhöht. Aber das kostet, mahnte der Bürgermeister.

Rheinberg..  Erfahren Schwimmer und Benutzer des Solvay-Hallenbads wissen es: Wer bei erhöhter Wassertemperatur schwimmen will, kommt am Samstag. Der bisherige Warmbadetag am Mittwoch wird zwar den Vereinen vorbehalten, aber dafür gibt es eben auch den Samstag zur Nutzung durch jedermann.

Das wurde am Dienstag am Rande des Sportausschusses angesprochen, als Klaus Wittmann (CDU) den „erst mal ausgesetzten Warmbadetag“ in den Raum stellte und fragte: „Soll er wieder eingeführt werden?“ Michael Feldhaar, Leiter des Bereichs Sport in der Verwaltung, verwies darauf, dass jetzt mittwochs und samstags die Temperatur erhöht werde.

Bürgermeister Hans-Theo Mennicken fühlte sich aufgefordert, eine Erklärung in die Diskussion einzubringen. „Der Samstag ist gewissermaßen der Ersatz für den Mittwoch, an dem die Vereine schwimmen.“ Aber ob das auf Dauer gehalten werden könne, sei nicht klar. „Wir brauchen beim Ausbau der Europaschule auch weitere Schwimmzeiten für den Schulsport. Wenn die Kleinschwimmhalle in Borth wieder genutzt werden kann, gibt es dadurch eine Entlastung. Aber wir können nicht alles wieder einführen, was wir gestrichen haben – sonst haben wir die damit angestrebten Einsparungen nicht mehr“, mahnte Mennicken.

Beim Bericht über die Sportstättenentwicklungsplanung gab es spontane Missfallensbekundungen seitens der Ausschussmitglieder und der Zuhörer. Feldhaar stellte eine Untersuchung der Sporthochschule Köln über die Fußballplätze in Rheinberg vor. Sie kam zu dem Ergebnis, dass man langfristig nur 14 statt der bisher veranschlagten 16 Großspielfelder brauche. Derzeit hat Rheinberg aber nur 13 solcher Anlagen.

Bevor aber jemand auf die Idee kommen könnte, ein weiteres Großspielfeld zu bauen, ging Feldhaar zu einer alternativen Bedarfsermittlung über. Und die ging von der Zahl der Fußballmannschaften aus und leitete daraus den Trainingsbedarf und die dafür notwendigen Kapazitäten ab.

Einem Trainingsbedarf für die Mannschaften in Höhe von 236 Stunden stehe eine Kapazität von 270 Stunden gegenüber. Diese 34 Stunden Kapazitätsüberhang entsprächen umgerechnet einem Trainingsplatz mit und einem Trainingsplatz ohne Beleuchtung – daher habe Rheinberg bereits jetzt zuviel Angebot.

Zu berücksichtigen seien dabei, so Feldhaar, auch die Vorgaben des Haushaltssicherungskonzepts (HSK). Ihm zufolge müssten ab 2015 pro Jahr 20 000 Euro bei der Sportplatzunterhaltung eingespart werden, ab 2017 dann 40 000 Euro und ab 2020 sogar 60 000 Euro jährlich. Zusätzlich sehe das HSK auch noch eine Senkung der Betriebskosten vor. Feldhaar: „Das ist nur durch massive Einschnitte möglich – zum Beispiel Platzsperren!“

Durch Investitionen ins Kunstrasen, energetische Sanierung oder Neubau könnten allerdings Folgekosten gesenkt werden. Die Kosten für die Anlagenpflege durch den Dienstleistungsbetrieb müssten analysiert werden. Und Feldhaar schlug zwei Strategien vor: eine Konzentration oder eine dezentrale Versorgung. Die Frage sei aber: Wo soll das passieren?