Das aktuelle Wetter Rheinberg 13°C
Hundekot

Slalom auf dem Gehweg

10.02.2012 | 17:50 Uhr
Slalom auf dem Gehweg
Jetzt ist der Halter gefragt. Foto: Archiv/Helmuth Vossgraff

Rheinberg-Budberg.Wenn Susanne Kirchhausen morgens mit ihrer Windhündin Daisy in Budberg spazieren geht, steigt ihr regelmäßig die Zornesröte ins Gesicht.

Die 45-jährige Hundehalterin wohnt am Eichenweg und kommt auf dem Weg in die Felder immer an der Rheinkamper Straße vorbei. Da sei der Bürgersteig regelmäßig von den Hinterlassenschaften anderer Hunde gepflastert, beklagt Susanne Kirchhausen. So stark, dass sie manchmal auf die Straße ausweichen müsse. „Besonders schlimm ist es gegenüber von Schlecker.“

Die Hunde könnten ja nichts dafür. Aber deren Herrchen sollten doch bitteschön den Kot ihrer Vierbeiner entfernen, fordert Susanne Kirchhausen. Sie habe immer eine Tüte für Daisys Geschäft dabei. Warum andere Hundebesitzer sich einen Dreck um den Kot ihrer Tiere scheren, könne sie nicht nachvollziehen.

Mit ihrer Meinung stehe sie nicht allein, sagt die Budbergerin. „Wenn ich jemanden sehe, der einfach weitergeht, nachdem sein Hund gemacht hat, spreche ich ihn direkt an“, berichtet Susanne Kirchhausen. Die Reaktionen? „Die schwanken zwischen einem schlechten Gewissen und pampigen Antworten.“

Aber die Hundebesitzer selbst seien nur ein Teil des Problems. „Die Stadt sollte in Budberg Hundekotbeutelspender und zusätzliche Mülleimer aufstellen“, findet Susanne Kirchhausen: „Wofür zahlen wir eigentlich Hundesteuer?“

Ja, wofür eigentlich? Immerhin zahlt jeder Rheinberger Halter 70 Euro im Jahr für seinen Vierbeiner. Bei mehreren Hunden wird es sogar teurer: Wer zwei Hunde hält, zahlt 85 Euro pro Schnauze, drei kosten dann jeweils 100 Euro. Und wenn es sich um einen nach dem Landeshundegesetz „gefährlichen Hund“ handelt, sind es 550 Euro im Jahr.

16 Spender im Stadtgebiet

„Die Hundesteuer fließt in den allgemeinen Haushalt“, sagt Rolf Kremer, Sachgebietsleiter Steuerwesen. Eine Zweckbindung gebe es nicht. „Aus dem Haushalt werden allerdings auch Hundekotbeutelspender oder Tierheimkosten bezahlt.“

Solche Spender für Hundekotbeutel gebe es schon einige in Rheinberg, sagt Wilhelm Weihofen vom Ordnungsamt. Acht stehen in der Stadt, drei in Orsoy, je zwei in Borth und Wallach und einer in Ossenberg. „Uns ist bewusst, dass im ganzen Stadtgebiet Bedarf besteht.“ Dass es in Budberg so schlimm aussehe, sei der Verwaltung bisher allerdings nicht bekannt. „Wir werden das prüfen und gegebenenfalls handeln.“

Matthias Wenten

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6337019/create

Aktuelle Fotos und Videos
JRK-Supercamp
Bildgalerie
FREIZEIT
Unwetter am Niederrhein
Bildgalerie
Wetter
Drachen und Gaukler
Bildgalerie
Fotostrecke
600 Jahr Feier
Bildgalerie
Amplonius
Aus dem Ressort
Dabei sein ist alles
Sport
Es muss ein Gefühl wie Weihnachten gewesen sein. Oder sogar noch schöner. Der Moment, als Jan Mätzkow auf das Siegertreppchen stieg. Nicht bis nach ganz oben, aber das lässt den jungen Mann kalt.
Immer mit der Ruhe!
Gesundheit
. Die Zahl der psychischen Erkrankungen im Kreis hat zugenommen. Das merkt der VdK in seinen Beratungen.