Sichtschutz stört beim Gucken

Diese Hecke stört Marga Jacobs.
Diese Hecke stört Marga Jacobs.
Foto: Dase
Was wir bereits wissen
Eine von der Stadt vor ihrem Haus gepflanzte Hecke versperrt Marga Jacobs aus Budberg die Sicht

Rheinberg-Budberg..  Wenn Marga Jacobs aus ihrem Küchenfenster schaut, dann blickt die 84-Jährige zuerst auf das Blumenbeet in ihrem Vorgarten. Danach ist Schluss: Denn schon kurz dahinter versperrt ihr eine braune Hecke die Sicht auf die Straße.

Schnibbeln statt schneiden

Als sie vor zehn Jahren in das Haus in Budberg gezogen ist, habe die Stadt die Hecke pflanzen lassen. „Anfangs wurde die Hecke von der Stadt richtig schön gepflegt. Vor drei, vier Jahren ist das immer weniger geworden“, erinnert sich Marga Jacobs. „Seitdem wird die Hecke gar nicht mehr geschnitten, es werden nur noch oben die Spitzen abgeschnibbelt.“ Zuletzt im Mai 2014. Damals hätten die Mitarbeiter des Dienstleistungsbetriebs versprochen, im Sommer zum Schneiden der Hecke wiederzukommen – „aber ich seh’ hier keinen“, beschwert sich Marga Jacobs.

Die alte Dame stört sich daran, dass sie von ihrem Küchenfenster aus nicht sehen kann, was sich ein paar Meter weiter vor ihrer Haustür auf der Straße abspielt. „Ich kann nicht mehr rübergucken. Aber ich muss mir doch nicht gefallen lassen, dass die Stadt eine Hecke pflanzt und mich damit erdrückt?“, fragt die 84-Jährige. „Bestimmt 100 Mal schon“ habe sie deshalb beim Dienstleistungsbetrieb der Stadt Rheinberg (DLB) angerufen, sei am Telefon aber immer nur vertröstet worden.

Frank Rumpp, stellvertretender Leiter des DLB, betont: „Die Hecke steht im Pflegeplan und wird auch geschnitten, das haben wir nicht vergessen.“ Auch wenn man den Wunsch von Marga Jacobs nach mehr Aussicht wohl kaum erfüllen könne: „Die Hecke wurde gepflanzt, um auf 1,80 Meter als Sichtschutz hoch zu wachsen“, erklärt Rumpp. So schreibe es das Konzept der Stadt vor – „der DLB führt diesen Auftrag nur aus“, erklärt Frank Rumpp. Das sei auch der Grund, warum seine Mitarbeiter die Hecke auch nicht weiter als bis auf 1,80 Meter kürzen dürfen. Auch wenn diese Antwort Marga Jacobs wohl kaum zufriedenstellen dürfte, Frank Rumpp verspricht: „Hecken haben die Eigenschaft, dass sie wachsen. Wir versuchen aber darauf Rücksicht zu nehmen, dass sie nicht über den Zaun aufs Grundstück ‘rüber wächst. Das werden wir im Laufe des Jahres korrigieren.“