Schöne Erinnerungen von Bönninghardt

Ein Haus an der Bönninghardter Straße aus dem Jahre 1935.
Ein Haus an der Bönninghardter Straße aus dem Jahre 1935.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Karl Bröcheler hat ein Herz für Bönninghardt. Seit einem Vierteljahrhundert beschäftigt sich der 76-Jährige mit der Ortsgeschichte - und sammelt unter anderem auch Fotos alter Bauernhöfe

Alpen-Bönninghardt..  1939 in der Bönninghardt geboren und nie von dort weggezogen, fühlt sich Karl Bröcheler der Ortschaft besonders verbunden. Seit einem Vierteljahrhundert beschäftigt sich der 76-Jährige mit der Ortsgeschichte – und seit einiger Zeit auch mit den Häusern der alten Bönninghardt. „Vor zwei Jahren habe ich an der VHS einen Vortrag über die alte Landwirtschaft gehalten und festgestellt, dass es so viele alte Bauernhäuschen in der Bönninghardt gibt.“

Auf 180 ist Karl Bröcheler bei seiner Recherche inzwischen gekommen, „damit habe ich wahrscheinlich 90 Prozent der alten Häuser abgedeckt“, vermutet er. Anno 1926 ist das Backsteinhaus an der Bönninghardter Straße, bei anderen ist das Baujahr nicht bekannt. Und: „Es fallen mir nur drei ein, die noch so aussehen wie früher.“ In den 1950er und 60er Jahren seien viele der alten Bauernhäuser modernisiert worden – kleine Fenster wurden durch größere ausgetauscht, das Dach erneuert und das Mauerwerk höher gezogen. „Der Fortschritt hat unsere Arbeitsplätze, unser Leben und unsere Umgebung stark beeinflusst. Vor allem aber hat er den Stil unserer Häuser verändert.“

Natürlich, für die Leute damals sei es eine Wohltat gewesen, „endlich über ein Bad, eine Zentral-Heizung, über größere Räume mit entsprechenden Häusern zu verfügen. Es war schon angenehm, in einem modernisierten Haus zu leben“, sagt Bröcheler. Schließlich „waren die alten Häuser teilweise schon eine Zumutung – feucht und kalt“. Und doch sei durch die Modernisierung einiges von ihrem Charme verloren gegangen. „Diese alten, landschaftsprägenden bäuerlichen Häuser, nicht selten mit feuchten Mauern und dünnheutigen Dächern, die das tägliche Leben nicht immer angenehm machten“, schwärmt der 76-Jährige. „Aber sie hatten etwas: Charakter!“ Zum Glück gibt es einige noch – auf alten Bildern. „Von etlichen Häusern existieren leider keine Fotos mehr“, sagt Bröcheler. Die, die es gibt, hat er in liebevoller Kleinstarbeit von ihren Besitzern zusammengetragen. Und bittet: „Falls ich doch noch etwas übersehen habe, sollen sich die Leute bitte bei mir melden!“ Die gesammelten Bilder und Informationen will er Anfang 2016 in zwei Vorträgen – „Von der Leucht bis zur Winnenthaler Straße“ und „Von der Winnenthaler Straße Richtung Sonsbeck“ – an der VHS präsentieren. Zudem soll eine DVD entstehen.

Abschluss im Juni

Das Ergebnis seiner Recherchen, es liegt Karl Bröcheler auch persönlich am Herzen: „Viele der alten Bauernhäuser habe ich noch aus Kinderheitstagen in Erinnerung“, erzählt der 76-Jährige. „Ich möchte, dass diese Erinnerungen auch für die nächsten Generationen erhalten bleibt.“ Im Juni will er seine Recherchen abschließen – die zusammengetragenen Unterlagen dann an Archive weiterreichen. Damit die Erinnerungen an die alte Bönninghardt nicht doch irgendwann verloren gehen.