Schnelles Internet will man überall in der Region

Mobilfunktürme bieten eine Alternative zum Glasfaserinternet.
Mobilfunktürme bieten eine Alternative zum Glasfaserinternet.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Bei den Kommunen stößt die Initiative der Ministerpräsidentin auf Interesse, aber wegn der Umsetzung auch teilweise auf Skepsis.

Am Niederrhein..  Schnelles Internet überall: Wer will das nicht? In der heutigen Zeit mit der elektronischen Kommunikation zu jeder Zeit und (fast) überall wird es geradezu erwartet, dass der Zugang zum weltweiten Netz verfügbar ist. Wenn das irgendwo nicht klappt, ist das ein schwerwiegender Standortnachteil.

Aber gerade hier im ländlichen Raum gibt es Leerstellen auf der Karte mit Internetempfang. In Rheinberg sind das Randlagen wie Eversael, Millingen oder Wallach, in Sonsbeck der Ortsteil Labbeck, in Xanten zum Beispiel Obermörmter. Eine Anbindung ans Internet über Glasfaserleitungen stößt dort auf Probleme – für nur wenige Kunden gibt es kaum Investoren, die Geld dafür ausgeben. Und selbst Funktürme werden nicht überall aufgestellt, nicht nur aus optischen Gründen.

Mit der Ankündigung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, das schnelle Internet bis 2018 flächendeckend auszubauen, stößt sie in den Kommunen auf großes Interesse. „Wir streben das seit langem an“, so Dieter Paus, 1. Beigeordneter der Stadt Rheinberg, im Gespräch mit der NRZ. „In Teilbereichen haben wir das schon, aber die Randlagen sind unterversorgt.“ Früher habe es bereits verschiedene Vorstöße von Unternehmen gegeben, aber sie seien daran gescheitert, dass das nicht in die Vermarktungsstrategie passte. „2014 haben wir dann in einem sogenannten Markterhebungsverfahren festgestellt, wer zu einem Ausbau des Netzes bereit ist. Und die Telekom hat gesagt, sie sei bereit dazu – ohne Kostenbeteiligung der Stadt, bis Ende 2016.“ Allerdings sei auch das nicht flächendeckend möglich, so Paus – zum Beispiel in Bereichen, die von Nachbarkommunen mit versorgt werden. „Dort könnte das über Funk klappen.“

Xantens Bürgermeister Thomas Görtz begrüßt die Ankündigung, aber:„Sie ist mir zu unkonkret. Wie soll das passieren, wer bezahlt das, was ist schnelles Internet, von welcher Bandbreite wird geredet? Wir haben schon mit Fördermitteln einige Bereiche angeschlossen“, aber der Stadt selbst fehle das Geld.

In Sonsbeck in der Ortsteil Labbeck ein Problem, so Georg Tigler, Fachbereichsleiter Planen, Bauen und Wirtschaftsförderung. „Dort gibt es kein festnetzbasiertes, zuverlässiges, schnelles Internet. Aber das wollen wir unbedingt, das ist heutzutage ein Muss!“ Die Versorgung auch in Labbeck könnte wie zuletzt in Hamb mit Hilfe von Landesfördermitteln klappen. „Aber Labbeck gehört zum Vorwahlbereich von Xanten – das ist ein Problem.“

Wer Thomas Janssen, den allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters von Alpen und gewissermaßen der Internetbeauftragte der Gemeinde, auf das Thema Internetversorgung anspricht, der erntet spontan eine alles andere als erfreute Reaktion. „Das ist eine never ending story“, sagt Janssen seufzend. „Ich bin schon seit Jahren betraut mit dem Internetaufbau. Wir sind frühzeitig an das Thema herangegangen und waren mit unserer Gemeinde mal der Vorreiter in der Region.“

Damals wurde Kontakt mit der Telekom aufgenommen und beratschlagt, was machbar sei und was getan werden könne. Die Antwort sei äußerst ermutigend gewesen, so Janssen. „Die Telekom sagte, das sei kein Thema. Dann wurden 14 Kilometer Glasfaser verlegt. Damals gab es noch keine Förderprogramme, deswegen haben wir das als Gemeinde mit etwa 40 000 Euro bezuschusst.“ Aber die Randgebiete seien nicht versorgt worden. „Da haben wir jetzt enorme Probleme“, räumt Janssen ein.

Ein Markterhebungsverfahren, wie es die Nachbarkommune Rheinberg eingeleitet habe, blieb in Alpen ohne Ergebnis. Janssen: „Da hat sich niemand für uns interessiert.“

Er ist Mitglied des Lenkungskreises Breitband im Kreis Wesel. Eine Idee in diesem Lenkungskreis war es, dass Nachbarkommunen gemeinsam Investoren finden sollten, die die Region versorgen könnten. RWE zeigte Interesse. „Aber dann trat die Telekom in Rheinberg auf den Plan und fiel aus dem zu versorgenden Gebiet heraus – und RWE hatte dann kein Interesse mehr daran, nur Alpen zu versorgen“, bedauert Janssen.

Unversorgte Gebiete gibt es in Alpen zum Beispiel am Hoerstgener Weg auf der Bönninghardt, am Flughafenweg und an der Straße Am Flughafen. Janssen: „Am ­Hoerstgener Weg gibt es zwar einen Kabelverzweiger, aber der ist voll belegt. Für einen neuen Kabelverzweiger müssten wir als Gemeinde 33 000 Euro Zuschuss zahlen und der versorgt dann nur einen Teil der Straße!“

Funkmasten zur LTE-Versorgung können in Alpen übrigens nicht überall aufgestellt werden. „Sie stören den Fernsehempfang in Holland“, so Janssen.