Ruhesitz mit Schmusetieren

Astrid Gerdes-Steinhoff mit den Schwarzhalsziegen und Kamerun-Schafen.
Astrid Gerdes-Steinhoff mit den Schwarzhalsziegen und Kamerun-Schafen.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Auf dem Gamerschlagshof genießt Astrid Gerdes-Steinhoff ihr grünes Paradies

Xanten..  Auf der Suche nach einem „Altersunruhesitz“ fand Astrid Gerdes-Steinhoff ihr ganz persönliches „grünes Paradies“. Mit gut 40 Hektar eigentlich „viel zu groß“ kaufte sie 2002 dennoch den Gamerschlagshof in Xanten. „Ich habe mich in den Hof verliebt“, nennt sie als Grund. Ursprünglich hatte sie nach einem zwei bis drei Hektar großen Areal gesucht. Nun bewirtschaftet sie die großen Wald- und Wiesenflächen sowie die Fischteiche ihres alten Hofes. Ein Historiker erforscht gerade das Alter des Gutes. „Er ist schon älter datiert als Sonsbeck“, sagt die Wahl-Xantenerin. Die Geschichte des Hofes reicht bis 1315 zurück.

Astrid Gerdes-Steinhoff genießt an ihrem grünen Paradies besonders die Streifzüge durch den Wald, der das Haupthaus umgibt. „Wenn alte Bäume erzählen könnten, das wäre traumhaft schön“, sagt sie fasziniert. Aber auch die Zeit, die sie mit ihren Tieren an der freien Luft verbringen kann, liegt ihr am Herzen.

Kaninchen, Schafe und mehr

„Seit zwei Jahren sind wir ein Arche-Hof“, erklärt sie. So dürfen sich Betriebe bezeichnen, die Arche-Rassen halten, vom Aussterben bedrohte Haustierarten. Auf dem Bauernhof der 53-Jährigen gibt es Damwild, Kaninchen, Schafe Geflügelrassen, Pferde, Hunde, Katzen und vieles mehr. Das 28-jährige Pferd Gambie liegt der Bäuerin besonders am Herzen. „Den hab ich als durchgeknallten Gaul bekommen und er hat sich zum Vorführpferd und Schmusetier gewandelt“, erzählt sie. Schmusig ist auch eines ihrer Kamerun-Schafe, das sie vor fünf Jahren als Flaschenlamm großgezogen hat. Aber auch die beiden Mangalitza-Schweine seien supernett charakterlich und schmeckten zudem auch lecker. „Die meisten Tiere auf dem Hof schmusen eher, als dass sie gefährlich sind“, sagt die Fachfrau.

Durch ihren Hof hat sie viel über das Verhalten von Tieren und den richtigen Umgang mit ihnen gelernt. Auf Hofführungen für Grundschulen und Kindergartenkinder gibt sie ihr Wissen weiter. Auch Imker-Kurse finden hier regelmäßig statt. Neun Bienenstöcke gibt es auf dem Gelände. Ihr Mann und ihre Tochter arbeiten mit den fleißigen Tieren, die sich auf den zwei Streuobstwiesen und der Bienenweide des Gamerschlagshofs wohl fühlen. „Ich kaufe keinen Zucker mehr“, sagt die Bäuerin lachend und freut sich, dass sich durch die Bestäubung ihrer Insekten auch der Ertrag für die umliegenden Bauernhöfe steigt.

Auf ihrem Hof gibt es neben drei Mitarbeitern auch immer wieder Praktikanten und Universitäts-Studenten, die hier ihre Forschungen anstellen. „Wir verhalten sich Fliegen auf dem Misthaufen eines Bauernhofes“, lautete eines der Themen, erklärt die Bäuerin mit einem Lachen. Auch Besucher habe sie oft in ihrer grünen Idylle: „Meine Freundin sagt immer ‘am Hoftor fängt für sie der Urlaub an’“, sagt sie.