Rosi soll’s in Rheinberg richten

Die SPD wählte Rosemarie Kaltenbach einstimmig zur Bürgermeisterkandidatin
Die SPD wählte Rosemarie Kaltenbach einstimmig zur Bürgermeisterkandidatin
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Rosemarie Kaltenbach will Nachfolgerin von Rheinbergs Bürgermeister Hans-Theo Mennicken werden. Anerkennung auch von CDU, FDP und Grünen

Rheinberg..  Als der Ortsvereinsvorsitzende Jürgen Madry kurz nach 20 Uhr das Wahlergebnis bekanntgab, gab’s großen Beifall im Bürgerkeller der „Alten Apotheke“. Einige SPD-Mitglieder erhoben sich sogar spontan. 42 von 42 möglichen Stimmen – Rosemarie Kaltenbach hatte bei der Wahl zur Bürgermeisterkandidatin das bestmögliche Ergebnis geholt. „Ich bin total überwältigt“, freute sich die SPD-Kandidatin.

Werbung in eigener Sache

Der Applaus war auch Anerkennung für ihre Ansprache, mit der Rosermarie Kaltenbach allerbeste Werbung in eigener Sache gemacht hatte. Authentisch, aber auch durchaus kämpferisch hatte sich die Beigeordnete ihren Mitgliedern vorgestellt. „Trotz der nötigen Sparmaßnahmen müssen wir darauf achten, dass Rheinberg für jung und alt attraktiv bleibt. Diese Herausforderung will ich annehmen und meistern.“

Dabei hätte sich Rosemarie Kaltenbach, als sie vor drei Jahren von der Stadtverwaltung Schwelm nach Rheinberg wechselte, nicht vorstellen können, als Bürgermeisterin zu kandidieren. Doch inzwischen habe sich ihre Meinung geändert. Sie habe die Kraft, die Fähigkeit und die Kenntnisse für das Amt. „Mir ist auch klar, dass es ein Vollzeitjob ist, der professionelles Management erfordert.“ Um augenzwinkernd hinzuzufügen: „Mein Kind ist versorgt und mein Mann inzwischen auch einigermaßen lebensfähig.“ Jürgen Madry indes stellte klar, dass man eine würdige Nachfolgerin für Hans-Theo Mennicken gefunden habe. „Mit Rosi ist die Stadtspitze weiterhin fachkundig besetzt.“

Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität seien wichtige Güter, die es zu pflegen gelte. „Wir haben hier in Rheinberg eine Willkommenskultur für Flüchtlinge – und das macht mich stolz.“ Ein Aspekt der Arbeit müsse die finanzielle Situation der Stadt sein. „Da muss auf den Prüfstand kommen, ob und was wir uns leisten können.“

In den anderen Fraktionen genießt Rosemarie Kaltenbach großen Respekt. „Keine Frage, ihre Arbeit als Dezernentin macht sie sehr gut“, betonte Ulrich Hecker, Fraktionschef der CDU. „Uns geht es aber auch um Personalführung, Menschenführung und um Visionen für Rheinberg.“ Die CDU will ihren Kandidaten am 20. März küren.

Bis Anfang März entscheidet die FDP, ob sie einen Kandidaten ins Rennen schickt. „Das hängt auch von der Sachkundigkeit der anderen Kandidaten ab“, sagt FDP-Chef Herbert Becker. „Wir gratulieren Rosemarie Kaltenbach zu diesem einstimmigen Ergebnis. Sie ist eine gute Kandidatin mit viel Verwaltungswissen.“ Es sei abzuwägen, ob ein FDP-Kandidat realistische Chancen habe. Die Grünen hatten sich dahingehend schon festgelegt, wollen ihren Kandidaten im April wählen. „Verwaltungswissen allein wird nicht reichen“, sagt Sprecher Peter Mokros, „unser Knadidat muss in die Zukunft gucken und Perspektiven aufzeigen – für ein besseres Leben in Rheinberg.“ Es werde ein Kandidat sein, der klassische grüne Themen wie Verkehrsplanung einbezieht. Glückwünsche für Rosemarie Kaltenbach gab’s dennoch. „Sie ist eine Fachfrau, da hat die SPD eine gute Wahl getroffen.“

Am Ende freute sich Rosemarie Kaltenbach neben Blümchen auch noch über das Buch „Höllenritt Wahlkampf“. Hoffentlich kein schlechtes Omen...