Rheinbergs CDU-Fraktionschef Erich Weisser ist um Konsens bemüht

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Bei den anderen Fraktionsvorsitzenden will er um Vertrauen werben.

Rheinberg.. Er tritt in einer alles anderen als leichten Zeit an: Der neue CDU-Fraktionsvorsitzende Erich Weisser hat nur noch 19 statt bisher 20 Mitglieder zu führen, es gibt mit Sarah Stantscheff nur noch eine Stellvertreterin und ob nach dem Ausscheiden von Ulrich Hecker wieder Ruhe in die Fraktion gekommen ist, wird die Zeit zeigen. Intern hat er sich zwei Ziele gesetzt. „Wir brauchen in erster Linie ein geschlossenes Auftreten und eine weitere Qualifizierung unserer vielen jungen Fraktionsmitglieder – daran arbeiten wir.“

Den Haushalt konsolidieren

Das wichtigste nach außen wirksame Thema will er nicht allein angehen: „Im Einklang mit den anderen Fraktionen müssen wir zu einer Haushaltskonsolidierung kommen. Nur mit gesunden Finanzen kann man die Zukunft planen“, so Weisser.

Auch wenn er eigentlich nach vorn schauen möchte, will er die jüngste Vergangenheit nicht einfach unter den Teppich kehren. „Die Erfahrung mit Hecker war schmerzhaft, weil wir uns frühzeitig bemüht haben, ihm Wege zur Verwirklichung seiner Ziele aufzuzeigen. Aber er hat nicht auf uns gehört.“

Dennoch werde es weiter Kontakt mit dem früheren Mitglied Hecker geben. „Man sieht sich ja an jeder Ecke, er ist ja auch Ratsmitglied. Mein Bestreben ist es, das Thema endgültig beizulegen. Er ist auf eigener Fahrkarte unterwegs, wir als CDU mit geschrumpfter Fraktion.“

Nach Weissers Einschätzung wollen auch andere Parteien dieses Kapitel beenden. „Es gibt andere Fraktionen, die wissen, wie schmerzhaft der Verlust eines Fraktionsmitglieds ist – das betrifft auch uns.“ Eine Mehrheit im Hauptausschuss sei „für die CDU jetzt nicht mehr möglich“.

Um Vertrauen werben

In der nächsten Zeit will Weisser Kontakt mit den anderen Fraktionsvorsitzenden aufnehmen. Viele von denen kenne er zwar aus der langen Zusammenarbeit im Rat, aber „jetzt bin ich ja in einer anderen Funktion. Und ich will im Gespräch mit ihnen um Vertrauen werben“.

Dazu zähle es auch, seine Haltung klarzumachen. „Harakiri ist nicht mein Stil. Ich bin für eine ernsthafte Politik.“

Dabei will er auch auf seine Erfahrung außerhalb der Politik zurückgreifen. „Ich bin Presbyter und Kirchmeister. Deswegen bemühe ich mich darum, Konsens herbeizuführen und im Konsens zu arbeiten. Wir haben nichts davon, wenn wir uns gegenseitig angiften. Ich möchte einen vernünftigen Umgang mit allen Ratsmitgliedern, auch mit Herrn Hecker. Wir kommen besser miteinander klar, wenn wir in die Sachpolitik einsteigen.“