Rheinbergerin wirbt – mit Bridge gegen Demenz

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Als gute Möglichkeit, sich geistig fit zu halten, sieht Monika Echstenkämper das aus England stammende Kartenspiel Bridge.

Rheinberg-Alpsray..  Demenz, findet Monika Echstenkämper, nimmt im Alltag besonders älterer Menschen immer mehr Raum ein. „Viele haben Angst, selbst mal daran zu erkranken“, glaubt die 68-Jährige Alpsrayerin. „Dabei hört man immer wieder, unter Menschen zu gehen und zu sprechen, sich geistig zu betätigen, das ist wichtig. Leute, die im Alter vereinsamen, werden wahrscheinlich eher demenzkrank.“

Als gute Möglichkeit, sich geistig fit zu halten, sieht Monika Echstenkämper das aus England stammende Kartenspiel Bridge. Sie selbst spiele seit etwa 15 Jahren Bridge. „Davor war ich eine leidenschaftliche Tennisspielerin“, erzählt die 68-Jährige. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie damit aufhören. „Ich habe schon immer gerne Karten gespielt. Bridge fand ich da ideal für mich – man braucht dafür nur seinen Kopf.“

Der allerdings wird ordentlich gefordert. Bridge sei wie eine neue Sprache, sagt Monika Echstenkämper. „Die lernt man auch nicht vom Zugucken.“ Ratsam sei es daher, das komplexe Kartenspiel, das man mit je einem Partner zu viert spielt, vor dem Rentenalter zu erlernen, findet die Alpsrayerin – sie weiß aber auch: In der Praxis sei das kaum umzusetzen, denn eine Bridge-Partie kostet mitunter nicht nur Konzentration und Nerven, sondern auch mehrere Stunden Zeit.

Das ist wohl auch der Grund, warum dem Bridge-Club Rheinberg/Niederrhein der junge Nachwuchs fehlt: Die jüngsten der knapp 90 Mitglieder aus Rheinberg, Wesel, Krefeld oder Duisburg sind derzeit um die 50 Jahre alt. „Kinder sitzen den ganzen Tag in der Schule. Die meisten haben keine Lust, sich danach noch beim Bridge an den Tisch zu setzen“, dafür hat Monika Echstenkämper Verständnis.

Seit ein paar Jahren gibt sie auch Bridge-Unterricht – für Anfänger und Fortgeschrittene, vor allem ältere Leute. „Am Anfang kommt einem das Spiel vor wie böhmische Dörfer, man braucht Durchhaltevermögen“, betont die 68-Jährige. Ein Jahr könne es schon dauern, bis man Bridge so gut beherrsche, um Turniere zu spielen. Doch das lohne sich. „Beim Bridge muss man lesen, nachdenken und hat Kontakt zu seinen Mitspielern – das fördert den Geist.“ Allemal besser, als zuhause vor dem Fernseher zu sitzen...