Rheinberger Grüne gegen zu lauten Verkehr

Jürgen Bartsch, Fraktionschef der Rheinberger Grünen findet: der Lärmaktionsplan für Rheinberg aus dem Jahr 2009 behandelt das Problem Lärm zu oberflächlich
Jürgen Bartsch, Fraktionschef der Rheinberger Grünen findet: der Lärmaktionsplan für Rheinberg aus dem Jahr 2009 behandelt das Problem Lärm zu oberflächlich
Foto: MARC ALBERS
Was wir bereits wissen
Arbeitsgruppe wünscht sich intensive Bürgerbeteiligung

Rheinberg..  Das Thema Verkehr hat auch in der neuen Legislaturperiode Priorität für die Grünen in Rheinberg. Bereits im vergangenen November hatte die Fraktion im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss den Antrag nach einem neuen Lärmaktionsplan gestellt – die Verwaltung habe bereits angedeutet, für dieses Vorhaben müsse ein externer Gutachter eingeschaltet werden.

Jürgen Bartsch, Fraktionschef der Rheinberger Grünen, will sich damit nicht zufrieden geben: Lärmschutz sei ein wichtiges Thema für die Lebensqualität in Rheinberg, sagt er: „Lärm ist eine moderne Geißel, die Konsequenzen wie Schlafstörungen, Stresssymptomatiken bis hin zu Blutdruck- und Herz-Kreislauf-Problemen hat.“

Unter dem Schlagwort „Verkehr“ hat sich eine Arbeitsgruppe gegründet, der neben vier Fraktionsmitgliedern auch vier Bürger angehören. „Wir wünschen uns eine intensive Bürgerbeteiligung“, betont Bartsch, „da subjektives Empfinden eine große Rolle spielt. Für Lärm gibt es keine Gewöhnungsmöglichkeiten.“ Man müsse daher aktiv dagegen vorgehen. Der Lärmaktionsplan für Rheinberg aus dem Jahr 2009 behandelt das Problem Lärm laut Bartsch zu oberflächlich: „Er befasst sich lediglich mit der A 57, der B 57 und der L 137 – mit dem Ergebnis, dass nur entlang der B 57 einzelne Gebäude betroffen seien.“ Konkrete Maßnahmen seien aus dem Plan nicht hervorgegangen.

Bartsch: „Wir wollen uns mit der Situation nicht abfinden.“ Mit Amazon sei Rheinberg zudem ein bedeutender Logistikstandort – „und der funktioniert eben über Verkehr“.

Man müsse daher Vorsorgemaßnahmen treffen, um Auswirkungen auf betroffene Bewohner so gering wie möglich zu halten, findet Rainer Fredricks, der sich als Bürger in der Arbeitsgruppe engagiert.

„Wo Vorsorge nicht funktioniert, müssen Schutzmaßnahmen getroffen werden, um den Lärm zu minimieren.“

Das können, so Fredricks, neben Lärmschutzwänden auch Geschwindigkeitslimits sein. „Wo Baugebiete verdichtet werden, sollte man über die Gestaltung der Verkehrsführung nachdenken, bei der Erneuerung von Straßendecken neue Technologien wie Flüsterasphalt in Erwägung ziehen.“

Winterswick sei da ein Stichwort, die Bewohner dort seien wegen der Beschaffenheit der Straße besonders vom Lärm gebeutelt, betont Grünenchef Bartsch. Ein Problem sieht er auch darin, dass bei der Bewertung von Lärm mit zweierlei Maßstäben gemessen werde: Wird eine Straße neu gebaut, dürfe der Schallpegel 49 dB(A) in der Nacht und 59 dB(A) am Tag nicht überschreiten. „Bei Bestandsstraßen sind es tagsüber 67 dB(A), nachts 57 dB(A).

Das ist natürlich ein Kostenfaktor“, weiß Bartsch. „Es wird schwierig, eine Änderung zu bewirken.“

Umso wichtiger sei ein neuer Lärmaktionsplan. Die Gemeinde Alpen habe es vorgemacht – und auch die Bürger stark eingebunden. Jürgen Bartsch: „Wir wollen unsere Forderung bekräftigen, dass Gesundheitsvorsorge und Lebensqualität in Rheinberg im Vordergrund stehen.“