Rheinberg bildet auch im kommenden Ausbildungsjahr vier Lehrlinge aus

Im Rathaus werden auch im nächsten Ausbildungsjahr vier junge Menschen lernen können.
Im Rathaus werden auch im nächsten Ausbildungsjahr vier junge Menschen lernen können.
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Was wir bereits wissen
Die CDU konnte sich mt der Reduzierung der überplanmäßige Ausbildung auf nur noch zwei junge Menschen nicht durchsetzen.

Rheinberg..  Auch zu Beginn des kommenden Ausbildungsjahrs werden wie zuletzt wieder vier junge Menschen bei der Stadtverwaltung auf das Berufsleben vorbereitet. Das beschloss der Rat der Stadt in seiner Sitzung am Dienstagnachmittag – allerdings gegen die Stimmen der CDU.

Fraktionschef Erich Weisser verwies in seiner Argumentation auf den Ausbildungsmarkt. „Es gibt eine wesentlich entspanntere Lage. Wir sollten die überplanmäßige Ausbildung für zwei junge Menschen ein Jahr lang aussetzen.“ Auch der FDP-Fraktionsvorsitzende Herbert Becker sprach sich gegen diese Ausbildung aus. „Wir haben wegen der Lage auf dem Ausbildungsmarkt über Bedarf ausgebildet, weil es zu wenig Lehrstellen gab. Aber jetzt gibt es am Markt 35 000 freie Stellen. Deswegen sollten wir ein Jahr lang nicht über Bedarf ausbilden.“

Die für Personal zuständige Beigeordnete Rosemarie Kaltenbach schilderte die Lage der jetzt fertig werdenden Auszubildenden. Für die zwei mit Bachelor-Abschluss gebe es Stellen, die nachbesetzt werden müssten, eine weitere Stelle habe man extern besetzen müssen. Und für einen der angehenden Verwaltungsfachangestellten gebe es schon eine Stelle, die besetzt werden müsse.

Bürgermeister Hans-Theo Mennicken machte einen Vorschlag zur Güte. Man könne bei der Ratssitzung im Juni die dann aktuelle Situation erneut darstellen. „Vielleicht können wir dann schon direkt über eine zu besetzende Stelle beschließen.“

Prüfung für sechs Monate

Auch über die Dauer der Übernahme nach einer abgeschlossenen Ausbildung bei der Stadt wurde gestritten. Der einschlägige Tarifvertrag sieht eine Mindestübernahme nach einer erfolgreich bestandenen Prüfung für sechs Monate vor. SPD-Fraktionschef Jürgen Madry bat darum, für zwölf Monate zu übernehmen. „Wir können so die bei uns Ausgebildeten eher an uns binden“ und sie nicht wegen eines halben Jahrs mehr Beschäftigung an eine andere Kommune verlieren. Dem mochte Weisser wegen der schlechten Haushaltslage der Stadt nicht folgen. „Wir haben schon so manches Mal über wenige 100 oder 1000 Euro gestritten. Aber bei vier Auszubildenden geht es um insgesamt 100 000 Euro. Und die Übernahme für ein halbes Jahr verhindert den Fall ins Bodenlose.“ Dem Kompromiss der halbjährigen Übernahme und einem Reagieren im Sommer auf die aktuelle Situation und eine vielleicht längere Beschäftigung nach der Ausbildung stimmte der Rat letztlich geschlossen zu.