Rauf aufs Rad – aber sicher, auch in Rheinberg

Senioren auf Pedelecs oder Elektrofahrrädern sind in Rheinberg häufiger als anderswo in Verkehrsunfälle verwickelt.
Senioren auf Pedelecs oder Elektrofahrrädern sind in Rheinberg häufiger als anderswo in Verkehrsunfälle verwickelt.
Foto: imago stock&people
Was wir bereits wissen
Senioren auf Pedelecs oder Elektrofahrrädern sind in Rheinberg häufiger als anderswo in Verkehrsunfälle verwickelt.

Rheinberg..  Bergauf, bergab auf dem Fahrrad und das, ohne einen Tropfen Schweiß zu vergeuden: Die moderne Technik macht das möglich. E-Bike genannte Elektroräder sorgen seit längerer Zeit dafür, dass man gar nicht mehr selber in die Pedalen treten muss, um sich per Fahrrad fortzubewegen.

Was nicht nur Bewegungsmuffel, sondern auch Menschen mit nicht ganz so hoher körperlicher Leistungsfähigkeit freut, führt allerdings zu höheren Unfallzahlen, weiß Christa Lübbers, kommisarische Leiterin der Direktion Verkehr bei der Kreispolizeibehörde Wesel. „Es gibt einen Anstieg der Verkehrsunfälle, bei denen radfahrende Senioren beteiligt sind – das zeigt die Verkehrsunfallentwicklung des vergangenen Jahres.“

Auf die veränderte Situation einstellen

Das soll aber beileibe nicht dazu führen, dass Senioren auf Rädern von der Straße verschwinden sollten. Aber Lübbers bricht eine Lanze dafür, dass sich alle Verkehrsteilnehmer auf veränderte Situationen einstellen sollten. „Früher sind ältere Menschen vielleicht gar kein Rad mehr gefahren, weil sie es körperlich nicht konnten. Heutzutage kommt man mit elektrischer Unterstützung auch steilere Berge ganz einfach hoch.“

Jetzt trifft man immer öfter radelnde Senioren auf den Straßen an. „Im Alter lässt aber die Hör-, die Sehfähigkeit nach“, so Lübbers. Heißt: Manchmal merkt man gar nicht, dass sich von hinten ein Auto näherst, dass vor einem ein Hindernis auf der Straße liegt.

Lübbers warnt auch vor einem Unterschätzen der Geschwindigkeit. „Pedelecs, also Räder, bei denen man auch in die Pedale treten muss, sind bis zu 25 Stundenkilometer schnell, E-Bikes kommen auf bis zu 40, teilweise sogar 50 Kilometer pro Stunde.“ Damit rechnen aber andere Verkehrsteilnehmer nicht, biegen mit dem Auto nach dem Überholen des Radlers mal eben schnell rechts ab, während der Radfahrer sich womöglich schon neben dem Fahrzeug befindet.

Unfallträchtig ist auch der Umgang mit den Pedelecs und E-Bikes selbst. Anfahren und Abbiegen sind gewöhnungsbedürftig. Und wenn sich der Elektromotor in der Vorderradnabe befindet und dann auch noch schwere Einkaufstaschen am Lenker hängen, kann es kritisch werden. Um in diesem Bereich für mehr Sicherheit zu sorgen, bietet die Kreispolizeibehörde Wesel in der nächsten Zeit eine spezielle Fortbildung im Umgang mit Pedelecs an. Lübbers: „Wir wollen diese Radfahrer trainieren.“ Gezeigt wird das Benutzen mit verschiedenen Rädern, die Teilnehmer müssen aber ihre eigenen mitbringen. Schließlich sollen sie mit genau diesen Modellen später sicher fahren können.