Radeln Sie für Rheinberg!
07.06.2011 | 16:42 Uhr 2011-06-07T16:42:00+0200
Rheinberg.Am 8. Juni startet die Stadtradeln 2011. Die Stadt Rheinberg nimmt zum dritten Mal am bundesweiten Wettbewerb teil. Ein Interview mit Jens Harnack, Leiter der Stabsstelle Nachhaltigkeit, über die Ziele der Aktion.
Rheinberg radelt aufs Siegertreppchen. Das wünschen sich auf jeden Fall Jens Harnack, der Leiter der Stabsstelle Nachhaltigkeit und sein Team, die in den vergangenen Wochen die Aktion Stadtradeln vorbereitet haben. 2010 war Rheinberg Dritter. Wenn man auf die Zahlen schaut, war es aber zumindest ein gefühlter erster Platz, weil Rheinberg mit 142 694 erradelten Kilometern nur von München und Leipzig abgehängt wurde - zwei Städte, die ein Vielfaches an Einwohnern haben. In diesem Jahr peilt Harnack die Goldmedaille an. Carmen Friemond sprach mit Jens Harnack über die Aktion Stadtradeln 2011.
Zum dritten Mal beteiligt sich die Stadt Rheinberg am bundesweiten Wettbewerb Stadtradeln. Morgen geht’s los. Was ist Ziel dieses Wettbewerbs?
Der Wettbewerb Stadtradeln soll dazu beitragen, Radfahren als klimaneutrale und schadstoffarme Mobilitätsform alltagstauglich zu machen. Radfahren im Alltag ist eines der einfachsten Mittel, etwas persönlich zum Klimaschutz beizutragen. Außerdem gibt es viele weitere gute andere Gründe, mit dem Rad zu fahren.
Klimaschutz ist ein gutes Stichwort. Was spricht für das Rad und gegen andere Verkehrsmittel?
Das Fahrrad ist das einzige emissionsfreie und damit klimafreundliche Verkehrsmittel. Auf Strecken bis sechs Kilometer und in Zukunft bis zehn Kilometer bei gut ausgebauter Fahrradinfrastruktur, wozu unter anderem weitgehend (auto)kreuzungs- und ampelfreie Radwege gehören, ist das Rad ein akzeptabler Mobilitätsersatz fürs Kfz. Jeder kann etwas tun. Zum Beispiel im Kurzstreckenbereich. So ist in Bereichen mit Besiedlungsstrukturen wie Rheinberg jede fünfte Pkw-Fahrt bis sechs Kilometer ersetzbar. Wenn Strecken von bis zu zehn Kilometern mit dem Rad, anstatt mit dem Auto erledigt werden, könnten künftig bis zu elf Prozent der Kfz-Leistung und die damit verbundenen Emissionen vermieden werden.
Neben dem Schutz der Umwelt – was hat der Pkw-Fahrer konkret davon, wenn er für bestimmte Strecken aufs Rad umsteigt?
Er spart Benzin und damit Geld. Im Winter verbrauchen Pkw auf dem ersten Kilometer rund 300 Prozent des Durchschnittsspritverbrauchs, auf dem zweiten Kilometer noch rund 160 Prozent. Erst ab dem zehnten Kilometer nähert sich der Spritverbrauch dem Durchschnittswert für Langstrecken. Im Sommer werden auf dem ersten Kilometer etwa 160 Prozent verbraucht, auf dem zweiten 130 Prozent. Ab dem siebten Kilometer nähert sich der Verbrauch dann den Durchschnittswerten für Langstrecken an. Will heißen: gerade bei Kurzstrecken kann besonders gespart werden.
Im vergangenen Jahr ist Rheinberg Dritter geworden – hinter Städten wie München und Leipzig, die natürlich deutlich mehr Einwohner haben als Rheinberg. Ihre Zielvorgabe für das Jahr 2011 sind der erste Platz und 200 000 Kilometer. Wie soll das funktionieren?
Dazu ist es erforderlich, dass sich in Rheinberg deutlich mehr als die 845 Radler aus dem Jahr 2010 aktiv beteiligen. Um 200 000 Kilometer zu erreichen – und es ist zu erwarten, dass das die Marke zum Sieg sein wird – werde dann rund 1200 Radler notwendig sein.
1200 Radler sind nicht gerade wenig. Die finden Sie in Rheinberg?
Das Potenzial in Rheinberg ist sicherlich deutlich größer. Aber diese vielen Radler müssen dazu gewonnen werden, sich auch offiziell beim Stadtradeln zu registrieren. Dabei zählt jede Fahrt. Deshalb unser Appell: Holen Sie die Räder raus, fahren Sie für Rheinberg. Vor allem aber ist wichtig, dass sich dann jede/r auch anmeldet und seine Kilometer meldet.
Im vergangenen Jahr lag der Rheinberger Termin fürs Stadtradeln fast am Ende der vorgeschriebenen Frist, in diesem Jahr ist die Stadt eine der ersten Kommunen, die sich aufs Rad schwingt. Vorteil oder Nachtteil?
Von den bisher angemeldeten Städten startet nur Würzburg früher. Das bietet die Chance, dass Rheinberg bei einem guten Ergebnis eine lange Zeit ganz oben in der diesjährigen Ergebnisliste zu finden sein wird – hoffentlich übrigens bis zur Ehrung. So kann bundesweit positiv für Rheinberg geworben werden. Sicher waren die Kilometerergebnisse der anderen Kommunen im vergangenen Jahr eine gute Motivationshilfe. Aber unser Team fürs Stadtradeln hat sich einiges ausgedacht, um die Rheinberger mitfiebern zu lassen.
Das Koordinationsbüro im Stadthaus beantwortet alle Fragen rund ums Stadtradeln 2011: Jens Harnack, 02843/171-493, Tanja Karlinger, 02843/171-284, Nicole Weber Ferreira dos Santos, 02843/171-498. Unter www.stadtradeln.de ist ab heute auch die Online-Anmeldung möglich. Wer keinen PC hat, kann die gefahrenen Kilometer im Koordinationsbüro melden.
Was zum Beispiel?
So werden die Kilometerstände täglich aktualisiert und als Grafik an verschiedenen Stellen ausgehängt, unter anderem bei der Sparkasse und der Volksbank sowie im Stadthaus.
Dieses Mal sind auch so genannte Fahrradbotschafter dabei. Was verbirgt sich dahinter?
Die Stadt möchte das Thema Alltagsradeln gern weiter bewerben und sucht hierzu Menschen, die als Vorbild im Alltag das Fahrrad für die verschiedensten Anlässe häufig nutzen. Das Stadtradeln ist hier ein guter Anlass. Bisher konnten schon Fahrradbotschafter und –botschafterinnen gewonnen werden, die zukünftig in ihrem jeweiligen Wirkungskreis für das Radfahren im Alltag werben. Der Arbeitsaufwand ist nicht sehr hoch, aber der Nutzen groß. Im Übrigen: Jeder kann natürlich Nachbarn, Freunde, Kollegen ansprechen und fürs Mitfahren begeistern. Es darf, es sollte jeder, der mitfährt, weiter werben.
Im Stadtradelzeitraum liegen mit Pfingsten und Christi Himmelfahrt zwei lange Wochenenden, die gern zu Ausflügen oder Kurzurlauben genutzt werden. Zählt eine Radtour in anderen Städten z.B. auf dem Ruhrtalradweg auch?
Da auch Freizeitwege unseren Alltag bestimmen und es klimafreundlicher ist, Kurzurlaube mit dem Rad zu machen als z.B. zu einem Spaziergang im Reichswald mit dem Auto anzureisen, oder einen Städtetrip mit dem Auto zählen auch Radkilometer, die im Urlaub, Kurzurlaub oder der Freizeit zurückgelegt werden, egal wo.
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