Stadtentwicklung
Quo vadis Rathausstraße 3?
02.09.2010 | 17:43 Uhr 2010-09-02T17:43:00+0200Alpen.Die Treppen knarzen, es riecht muffig und leer steht es bald auch noch. Was passiert mit dem irgendwann in den 1950er Jahren gebauten Nebengebäude des Rathauses?
Laut Bürgermeister Thomas Ahls gibt es drei Möglichkeiten: Abreißen, verkaufen oder vermieten.
Die Idee, es abzureißen und eine Grünfläche sowie Parkplätze zu errichten, findet der Verwaltungschef charmant. Dagegen stünden Kosten in sechsstelliger Höhe für Abriss und Ertragsausfall. Allerdings sei das sanierungsbedürftige Gebäude im aktuellen Zustand nicht vermietbar und einen Kaufinteressenten gebe es auch nicht.
Der Bauausschuss hat das Thema per Kenntnisnahme in die kommenden Haushaltsplanberatungen geschoben. Bis dahin würde zu viel Zeit vergehen, im kommenden Jahr hätte die Gemeinde womöglich kein Geld mehr für einen Abriss. Das mutmaßt SPD-Fraktions-Chef Viktor Illenseer, „mit einem Abriss haben wir die einmalige Chance, den Bereich um das Rathaus städtebaulich aufzuwerten und einen echten Gemeindemittelpunkt zu schaffen.“
Bei der mit absoluter Mehrheit regierenden CDU-Fraktion hat laut eigener Aussage noch keine Meinungsbildung stattgefunden. Die Gutachten seien bestellt, man müsse erst einmal alles durchrechnen, sagt der Fraktionsvorsitzende Günter Helbig.
Nun gibt es in der Gemeinde auch jemanden, der sich ganz besonders für das Gebäude und dessen Zukunft interessiert. Hans Bongen wohnt und arbeitet mit seinem Fernsehgeschäft direkt nebenan. Der Mann mit der Adresse Rathausstraße 1 hat mit Rathausstraße 3 eine gemeinsame Wand, das heißt, die Häuser sind miteinander verbunden. „Wenn sie abreißen, stehen sie bei mir im Wohnzimmer.“
Tun kann Hans Bongen, der Mann sitzt übrigens für die CDU im Rat – derzeit nichts, da noch keine Entscheidungen über die Zukunft des Gebäudes gefallen seien. An Abstimmungen im Gemeinderat werde er sich aber selbstverständlich aus Befangenheitsgründen nicht beteiligen.
Der Nachbar
hat Interesse
Sein Interesse an dem Gebäude leugnet er keineswegs. „Es ist das Nachbargebäude, es wäre doch doof, wenn ich daran kein Interesse hätte.“ Komme das Gebäude auf den Markt, werde er sich darum bemühen.
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