Pfadfinder aus Sonsbeck bereiteten sich für Japan vor

18 Sonsbecker Pfadfinder fliegen im Juli für zehn Tage nach Japan zum World Jamboree.
18 Sonsbecker Pfadfinder fliegen im Juli für zehn Tage nach Japan zum World Jamboree.
Foto: Peter Bußmann
Was wir bereits wissen
Die Reise der Boy Scouts geht am 23. Juli für 18 junge Menschen nach Asien.

Sonsbeck..  Alle vier Jahren nur gibt es weltweit für die Pfadfinder ein Großereignis: Das Jamboree. War es 2011 noch fast nebenan, in Schweden, geht die Reise der Boy Scouts diesmal ins Land der untergehenden Sonne, nach Japan, wohin am 23. Juli 18 Sonsbecker Pfadfinder gemeinsam mit drei Leitern fliegen. Nicht nur eine gewaltige Reise mit Zwischenstopp in Shanghai, sondern auch ein gewaltiger Griff in die Geldbörse. Ein dicker Batzen kostet ihnen die Reise, die sie und ihre Eltern aufbringen müssen, über 2000 Euro pro Teilnehmer. Doch es wären nicht Sonsbecks findige DPSGler, hätten sie nicht Lösungen.

Nur einmal die Chance zur Teilnahme

Samstag beim großen Ideenwettbewerb war engagiertes Brainstorming gefragt. Die Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren trafen sich mit anderen, mit denen sie gemeinsam Trupp 7 des 1000 junge Leute starken deutschen Kontingents im japanischen Ort Kirara Hama bilden. Christoph Fromont ist einer der erwachsenen Begleiter. Der 28jährige Sonsbecker, Lehrer an einer Xantener Schule, schwärmt von einem solchen World Jamboree, einem Treff von Pfadfindern aus aller Welt. „Reisen dürfen nur 14- bis 18jährige“, erklärt er. „Da es nur alle vier Jahre irgendwo in der Welt stattfindet, hat jeder nur eine Chance, kann nur einmal teilnehmen.“ 180 Kinder und Jugendliche hat Sonsbecks Stamm St. Maria Magdalena der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg DPSG). 18, die das Alter haben, entschieden sich vor zweieinhalb Jahren für die Reise nach Japan. Dort treffen sie mit Pfadfindern aus aller Welt und unterschiedlichsten Religionen zusammen.

Mit auf die große Reise wollen sie kleine Aufmerksamkeiten mit Bezug zum Niederrhein nehmen, neudeutsch Give Aways. Das war eines der Themen am Samstag. „Was ist ein typisches deutsches Gastgeschenk?“ Eine Frage, die man gemeinsam mit anderen Pfadfindern klären wollte. Denn die 18 Sonsbecker sind nicht allein. Jeder Trupp, noch heißen sie nüchtern 7, auch da suchte man Samstag nach neuem Namen, muss 36 Mädchen und Jungs stark sein, dazu vier Leiter. So saßen erstmals auch die aus Köln, Düsseldorf, Solingen, Neuss, Lohmar und Hiltrup mit am Tisch.

„Wir haben gemeinsam viel zu beraten“, so Fromont schmunzelnd. „Zum Beispiel, wie wir das Eingangstor zu unseren Jurten, den Zelten, gestalten.“ Die gehen übrigens drei Monate früher per Seefracht auf die Reise. Samstagmittag war noch alles offen. „Wir sammeln Ideen.“ Jeder der Jugendlichen brachte zwei Gegenstände mit. Einen, der für seine nahe Heimat steht, wie Sonsbeck. Und einen für Deutschland. Eine Idee kam, aus dünnen Kopfweidenzweigen den Halstuchknoten flechten.

Zweieinhalb Jahre haben die 18 Sonsbecker Pfadfinder hart gearbeitet, um das Geld für die Reise zu sparen. Da gab es Autowaschen, ein Rent-a-Scout, Nikolaus- und Weihnachtsmärkte. Andere verzichten zwei Jahre auf Weihnachtsgeschenke, wollen Bares. Zwei setzten sich mit Gitarre in Duisburgs Fußgängerzone. Spenden brauchen sie auch jetzt noch. Bisher haben sie 10 000 Euro erarbeitet. Für kleine Gastgeschenke hoffen sie auf Sachspenden, zum Beispiel von Industriebetrieben. Viel steht noch vor ihnen. Samstag stärkte sie ein Kochteam. Annika Kaiser und Isabell Nabbefeld versorgten alle mit Pizzabrötchen und Möhren untereinander.