Pantomime für Einsteiger in Rheinberg

Bernard Bauguitte vom Diakonischen Werk spielte mit den Kindern.
Bernard Bauguitte vom Diakonischen Werk spielte mit den Kindern.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Beim NRZ-Ferienprogramm in Rheinberg stand gestern die Vorbereitung für das Abschlussfest im Mittelpunkt. Und Rosemarie Kaltenbach brachte Eis mit

Rheinberg..  Das Schaf, das so meckert wie eine wütende Ziege, muss erst noch geboren werden. Aber das ist eigentlich total egal. Schließlich ist entscheidend, was am Ende herauskommt. Und so haben Rami, Melanie und die anderen Kinder, die wissen wollen, wie Pantomime geht, ziemlich schnell herausgefunden, was die Sozialpädagogin des Caritasverbandes Moers-Xanten auf dem Boden so treibt. „Du bist ein Schaf.“ Aufgabe erfüllt, jetzt sind die Kinder dran.

Am Tag zwei des Ferienprogramms für Familien mit schmalem Geldbeutel wird’s jetzt ernst im „Haus der Generationen“. Damit am Samstag beim Abschlussfest das große Theaterspektakel steigen kann, muss fleißig geübt werden.

Tanz und Theater

Seit Montag ist das Evangelische Gemeindezentrum am Annaberg eine große Bühne. Pantomime, Puppenspiel, Bilder und Bühne, Tanz sowie Theater und Zauberei sind den fünf Gruppen überschrieben, in denen fleißig geübt wird. Zum Beispiel in dem kleinen Hinterzimmer im Bürotrakt, in dem Strümpfe zum Leben erweckt werden. Strümpfe, die leben? Bogdan macht’s vor. Pinkfarbenen Strumpf über Hand und Arm gezogen, Kulleraugen draufgeklebt, vielleicht noch ein paar weiße Stofflocken wie vom Weihnachtsmann – und fertig ist die Handpuppe. „Das ist ein Chinese“, erklärt der zehnjährige Bogdan.

Müsste der nicht gelb sein? Egal, Fantasie ist Trumpf. Und ein Hang zum Verrücktsein. Denn Bernard Bauguitte vom Diakonischen Werk, der die Gruppe betreut, hat mit seinen Schützlingen ein kurzes Stück mit drei Handlungssträngen einstudiert. Erster Akt: Verwirrung. Stimmt, die Vorstellungsrunde der Truppe ist verwirrend. Absurdes Theater, klasse, wenn Petrah Pollizei, Hab’ ich vergessen und Checktschan und Co. aktiv werden…

„Ich bau mir die Welt, wie sie mir gefällt“, ist das diesjährige Ferienprogramm Überschrieben, das Diakonisches Werk, Caritasverband und eine große Gruppe Ehrenamtler auf die Beine gestellt haben. Damit das Motto deutlich wird, baut Künstlerin Birgit Kraemer mit ihrer Gruppe die passende Bühnendeko. Schuh- und Postkartons werden zu neuem, bunten Leben erweckt und für ein tolles Bühnenbild sorgen. Und wer denkt bei dem Motto nicht an Pippi Langstrumpf? Da darf der „Kleine Onkel“, das Pferd des starken Mädchens, nicht fehlen. Anna baut in einem Nebenraum aus Zeitungspapier, Leim und Pappkarton an dem Pferd. Das muss jetzt zügig voran gehen, der Leim muss trocknen, damit das Pferd bemalt werden kann. Gleich nebenan ertönen dazu die passenden Klänge. Weil ein Theaterstück ohne Musik gar kein richtiges Theaterstück ist. Pflichtprogramm ist Pippi Langstrumpfs Lied „Ich bau mir die Welt, wie sie mir gefällt“, aber das reicht den Kindern nicht. Mehr Lieder bitte, wie „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“. Das hört sich nach dem ersten Üben schon wirklich nett an.

Und jetzt noch last but not least die Theatergruppe von Antje Fischer. Hier ist es im Moment ruhig, erst muss die passende Deko gebastelt werden. Wie die Blumenwiese, durch die der Igel läuft. Eine Blume ist blau, erklärt einer der kleinen Schauspieler ganz ernsthaft, die ist der Freund vom Igel. Mehr will er aber nicht verraten, schließlich sollen Samstag viele Zuschauer kommen, die nicht alles vorher erfahren sollen.

Ganz schön schweißtreibend so viel Arbeit. Kein Wunder, dass nachmittags alle in den Garten stürzen. Wasser marsch wäre jetzt schön, aber da das mit dem Schlauch nicht so richtig funktioniert, schleppt das Helferteam das Wasser eimerweise in die Planschbecken und auf die mit Plastikplane improvisierte Wasserrutsche. Den Kindern ist’s egal. Und dann gibt’s auch noch Abkühlung von innen. Denn SPD-Bürgermeisterkandidatin Rosemarie Kaltenbach kommt spontan vorbei – mit gaaaanz viel Eis.