Ostereiersuchen in Orsoy – Tradition und Dorfleben vereint

Der Luftballon der siebenjährigen Isabel Ortmann flog bis nach Moers-Kapellen.
Der Luftballon der siebenjährigen Isabel Ortmann flog bis nach Moers-Kapellen.
Foto: Lukas Hübinger
Was wir bereits wissen
Die Orsoyer Bürgerschützen luden am Samstagnachmittag wieder zum Ostereiersuchen ein. Die Kinderveranstaltung ist das Wichtigste.

Rheinberg-Orsoy..  Für die Christen ist Ostern das wichtigste Fest im Jahr. Doch Hand aufs Herz, für die Kinder dieser Zeit spielen Kreuzigung und Auferstehung Jesu keine allzu große Rolle mehr. Zu einer der schönsten Traditionen an Ostern zählt für Kinder das Ostereiersuchen, dicht gefolgt vom „Osterhasenessen“ und dem Osterfeuer. Bunte Eier aus Büschen zu fischen und zwischen Grashalmen aufzulesen ist für die Kleinen ein riesiger Spaß. Was für eine tolle Idee der Orsoyer Bürgerschützen, diese Tradition mit dem Dorfleben zu vereinen.

Am Samstagnachmittag luden die Schützen wieder zum alljährlichen Ostereiersuchen, auf der Schützen-wiese, ein. „Wir legen das Hauptaugenmerk auf die Kinderveranstaltung“, erklärte der Präsident der Schützen, Karl Hoffmeyer.

Rund 800 Eier wurden an diesem Tag auf der Schützenwiese verteilt. Nach gut einer halben Stunde waren die meisten davon bereits eingesammelt. 400 weitere Ostereier verteilte der Verein im Anschluss an die Kinder, die bei der Suchaktion leer ausgegangen waren.

„Da kommen Kinder teilweise mit großen Tüten und gehen mit 30 Eiern nach Hause“, berichtete Karl Hoffmeyer. Ob in solchen Fällen Eltern oder Großeltern ihre Finger im Spiel haben, sei einmal dahin gestellt.

Mit der Resonanz war der Verein an diesem Tag, auf jeden Fall, sehr zufrieden. „Überraschend viel Be-such, dank des schönen Wetters“, sagte Hoffmeyer.

Nach dem großen Eiersuchen gab es eine kleine Urkundenverleihung. Bei der Orsoyer Kirmes wurden im letzten Jahr 250 Ballone steigen gelassen. Jedes Kind, dessen Ballon im Laufe des Jahres gefunden wurde, erhielt eine Urkunde, eine Tüte, gefüllt mit einem Osterhasen und Schokolade, und einen „Pommes-Gutschein“ für den Postgrill. 14 Kinder sollten an diesem Nachmittag eine Urkunde erhalten, aber nicht alle waren zu dieser Zeit anwesend. Das Throngefolge von Marc und Sandra Schwarzer, die krankheitsbedingt an diesem Tag selbst leider nicht erscheinen konnten, verteilte zusätzlich Überraschungseier an alle Eiersucher.

Auf ein großes Osterfeuer wurde an diesem Abend verzichtet. Grund dafür sind vereinzelte Fälle, in denen Besucher Dinge ins Feuer geworfen haben, die nicht dorthin gehören. Die problematische Entsorgung blieb dann an den Schützen hängen. „Zudem gehen die meisten sowieso nach Hause, wenn die Kinder fertig sind“, so Hoffmeyer. Ein abendliches Beisammensein war aber dennoch möglich – zwar nicht am großen Osterfeuer, dafür aber an zwei kleinen Feuerkörben.

„Wir haben natürlich den Hintergedanken neue Mitglieder für den Verein zu gewinnen“, berichtete der Präsident der Schützen. Bei solchen Veranstaltungen seien immer viele neue Gesichter anwesend.

Unterstützt wurde die Aktion wie immer vom Festwirt Hans-Willi Krack, der auch das Schützenfest bewirtet. Er war mit einem Bier- und einem Toilettenwagen vertreten. Das Verhältnis zwischen dem Wirt und dem Schützenverein beschrieb Karl Hoffmeyer als unkompliziert, entspannt und freundschaftlich. Das Ostereiersammeln sieht er inzwischen als Selbstläufer. Allem Anschein nach ist es das auch.