Ohne Rücksicht

Kiesabbau. Da wird wieder das nächste Loch aufgemacht und die „niederrheinische Fruchtfolge“ geht weiter. Schaut man sich auf einer Karte Rheinberg und Umgebung an, dann wird das Desaster deutlich: wie ein Schweizer Käse wirkt die niederrheinische Landschaft....

Kies wird vor allem für den Export abgebaut. Große Mengen gehen in die Niederlande, wo der Abbau nicht erlaubt ist. Hier in Deutschland hilft aber das Bundesberggesetz. Da muss nur ein Krümel des so genannten Quarzit in dem Kies nachweisbar sein und schon kommt die Genehmigung der Bergbehörde. Ohne Rücksicht auf die Umwelt. Und wenn da großspurig von Rekultivierung die Rede ist: Ein See ist kein rekultivierter Acker! Und wie die Seen von der Kiesindustrie „rekultiviert“ hinterlassen werden, kann man am „alten“ Haferbruchsee sehen. Das Einzige, was der kleine, dreieckige See zwischen Bahntrasse und Römerstraße an Rekultivierung erhalten hat, ist ein hoher Zaun! Da wurde zunächst allerhand Müll rein gekippt und jetzt kann sich die Natur richtig ausbreiten – ungestört von Baggern und Menschen.

Die Rheinberger Politik muss aufpassen: neben dem Haferbruchsee ist noch ein Acker, der sicher für eine Abgrabung in den Köpfen der Kiesindustrie vorgesehen ist.