Nur miteinander geht's
17.10.2008 | 22:17 Uhr 2008-10-17T22:17:51+0200KOMMUNALWAHL I. Bürgermeisterkandidatin Karin Welge über ihren Entscheidungsprozess und ihre Motive für 2009.
XANTEN. Sollte irgendjemand noch daran gezweifelt haben, dass Karin Welge bei der Kommunalwahl 2009 antritt, um Bürgermeisterin zu werden - seit gestern dürfte er keine Zweifel mehr haben. Die Anfrage der vier Oppositionsparteien, so die Beigeordnete in der Runde der Spitzen von SPD, FBI, FDP und Grünen, beantworte sie mit "einem klaren Ja".
Es sei allerdings nicht nur diese Anfrage gewesen, die sie über eine Kandidatur hätte nachdenken lassen. Sondern es sei ihr in den vergangenen Wochen und Monaten sehr oft passiert, dass sie von normalen Bürgern ohne Amt oder Funktionen auf das Thema angesprochen worden sei. "Das hat mich ins Grübeln gebracht." Die Entscheidung sei ihr nicht ganz leicht gefallen. Kandidatur und Amt würden eine Menge Zeitaufwand und Herzblut bedeuten, außerdem sei es für sie auch eine Gewissensfrage gewesen.
Der Spagat zwischen Tradition und Moderne
Aber auf der anderen Seite "gibt es für mich keine Alternative zu dieser Kandidatur". Sie möchte in den nächsten Jahren gerne selbst mitverantwortlich sein für den Entwurf und die Gestaltung von Politik und Gemeinwesen. Mit den demokratisch gewählten Ratsvertretern, der Rat bleibe das entscheidende Gremium. Und damit meine sie alle Ratsfraktionen.
Den Spagat will sie schaffen zwischen Tradition und Moderne, in einer Zeit, da man nicht wisse, wie es morgen aussehe. Xanten werde eher kleiner, eher bunter und älter.
Xanten müsse nicht semi-feudalistisch regiert, sondern professionell gemanagt werden, hatte der FDP-Fraktionsvorsitzende Axel Götze-Rohen in seinem Eingangsstatement gesagt. Unter managen, griff Karin Welge den Begriff auf, verstehe sie, Menschen zu motivieren, für das Gemeinwohl einzutreten, Menschen mit den verschiedensten Kompetenzen zusammenzuführen. Sie wünsche sich "eine neue Denke des Miteinanders". Dazu gehöre auch, dass Auseinandersetzungen notwendig seien. Aber bitte sachlich. Und habe man sich sachlich und konstruktiv mit anderen Ideen auseinandergesetzt, dann stehe doch am Ende die beste Lösung. Einen solchen Prozess zu moderieren und mit steuern zu können, "ist mein Herzenswunsch". Gescheite Auseinandersetzungen könnten Spaß machen.
Nicht für eine Partei, nicht im Namen einer Partei
Karin Welge ist SPD-Mitglied, aber nicht die SPD-Kandidatin, wie sie betont. Und auch nicht die der FDP, FBI und Grünen. Sie sei eine unabhängige Kandidatin, "ich trete nicht für eine Partei an und nicht im Namen einer Partei". Natürlich brauche sie Unterstützung. Sie hätte sich gefreut, auch die CDU in der bunten Runde aus SPD, FBI, Grünen und FDP sitzen zu sehen. Aber daran habe die CDU wohl derzeit kein Interesse (siehe auch Bericht links).
Die Spitzen der Parteien und Fraktionen hatten zuvor noch einmal deutlich gemacht, dass sie den Wechsel in Xanten wollen und dafür keine bessere Kandidatin als Karin Welge sehen würden. (Bericht folgt)
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