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Kabarett

Nur der Patient stört

01.07.2012 | 16:13 Uhr
Nur der Patient stört
Dr. Stratmann auf der Bühne. Foto: Jakob Studnar

Xanten.   Der Doktor kam als Hausmeister. Und heißt auch nur noch Jupp, nicht mehr Dr. Stratmann.

Aber irgendwie doch noch vom Fach, denn Jupp ist Hausmeister einer Fakultät für Medizin. Pardon, „Facility Manager“, erklärte er den Zuschauern im FZX in Wardt. Die waren auch keine reinen Zuschauer, denn Stratmann erklärte das Publikum zu Studenten und den Ort zum Hörsaal.

Doc Hörsaal durfte ihn das Publikum vertrauensvoll nennen. Wenngleich auch sein Kollege Josef Quiatkkowskki nur Hausmeister ist, Jupp kennt sich selbstverständlich erstklassig aus in der medizinischen Lehre. „Ja, dat einzige, wat inne Medizin stört, ist der Patient.“ Jupps Logik, warum Ärzte und Patienten nicht zusammenpassen, klang plausibel. „Die Patienten können Krankheiten nicht richtig beschreiben, weil sie keine medizinischen Bücher lesen können, und die, die Bücher schreiben, wissen nich’, wovon ‘se schreiben, weil ‘se die Krankheiten noch nicht hatten.“

Arzt und Patient passennicht zusammen

So hat die Natur nicht nur den Kunstfehler gemacht, dass Mann und Frau nicht zusammen passen. Der zweite Kunstfehler sei die Kombination Arzt - Patient.

Und dann kam der Rundumschlag. Den Studenten legte er für ihren weiteren Werdegang die Regenbogenpresse an Herz. „Ein Primärlieferant für medizinische Grundkenntnisse.“ Auch das Thema Vorsorge wurde von Jupp angeschnitten. „Da wirsse immer anne Vorsorge erinnert für alles Mögliche, da muss man sich ja schon fast entschuldigen, wenn man kein Krebs hat.“

Zahnspangen seien eine reine Erfindung der Stahlindustrie. Bis in die 60er Jahre habe sich kaum jemand die Zähne geputzt. „Heute kommen die „Kiefer-Osteoporotiker“ ja schon in den Kreissaal und messen aus.“ Aber auch Piercings nahm er aufs Korn. „Da haben wir einen inne Kernspin die Unterbuxe angelassen, da hat er mit seine Piercings das Gerät getillt.“ Und wenn früher die Versichertenkarten schon persönliche Daten gespeichert hätten, hätte er die Fehler seiner Ehefrau Inge besser im Vorfeld erkennen können.

KeineSchönheitsoperationen

Das Auditorium im Freizeitzentrum in Wardt dankte mit riesigem Applaus und entlockte dem Kabarettisten als Zugabe noch sein Paradestück „Pilze inne Buxe“. „Und keine Schönheitsoperationen,“ mahnte er mit erhobenem Finger „Ihr seid erst alt, wenn die Kerzen auffe Torte teurer sind als die Torte selbst.“

Heike Tobies



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