Nieten werden durch Schrauben ersetzt

Am Fuße des Strommastes wird bereits das neue Kopfteil zusammengebaut.
Am Fuße des Strommastes wird bereits das neue Kopfteil zusammengebaut.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Amprion lässt zwei Strommasten um 40 Meter kürzen. Am 22. Juli werden zwischen Rheinberg und Götterswickerhamm die Stromleitungen erneuert

Rheinberg/Voerde..  Neben dem Deich ist eine breite Abfahrt aufgeschüttet worden, Metallplatten sind verlegt worden, schützen den Untergrund. Seit dem 1. Juni bereiten die Mitarbeiter der Firma LTB im Auftrag der Firma Amprion in Götterswickerhamm die Baustelle vor. Gestern wurde bei einem Ortstermin vorgestellt, was auf den Rheinufern in Götterswickerhamm und in Rheinberg in den nächsten Wochen passiert.

Ein Bagger bereitet an einer Stelle ein Fundament vor. Dort steht in ein paar Tagen der große 500-Tonnen-Kran. Der wird benötigt, um einen Teil des Mastes zu demontieren. Aktuell sind Monteure in 52 Metern Höhe dabei, Vorbereitungsarbeiten durchzuführen. Der Mast steht schon seit 1926 am Rheinufer. Jede Menge Nieten halten die Stahlkonstruktion zusammen. Diese werden zurzeit von den Monteuren herausgebohrt und durch Schrauben ersetzt. Dann funktioniert die Demontage schneller. Man benötigt nicht mehr die ganze Höhe des Mastes. Zurzeit ist er noch 134 Meter hoch, ebenso wie sein Gegenüber auf dem Rheinberger Ufer.

Damit sind sie die höchsten Amprion-Strommasten in NRW. Sie sind so hoch geplant worden, als man noch davon ausging, dass Containerschiffe mit einer viel größeren Höhe den Rhein befahren würden. Dem ist nicht so, eine Sanierung des ganzen Mastes ist zu aufwendig, weshalb sich Amprion dazu entschlossen hat, ihn um 40 Meter zu kürzen.

Es werden aber nicht nur die Masten gekürzt, auch die Stromleitungen werden im Rahmen dieses Umbaus ausgetauscht. 500 Meter stehen die beiden Masten auseinander. Insgesamt werden die Leitungen zwischen vier Masten und auf einer Länge von 900 Metern ersetzt. Dies geschieht am Mittwoch, 22. Juli. Dann werden die alten Leiterseile demontiert und die neuen montiert.

Dafür sind an den beiden vorgelagerten Masten schon Seilwinden aufgestellt worden. Freileitungsmonteure verbinden auf Voerder Seite die neuen Leiterseile mit den alten. Sie werden dann gemeinsam über den Rhein gezogen. An diesem Tag ruht in Höhe Götterswickerhamm der Schiffsverkehr auf dem Rhein für drei Stunden. Und damit die Erneuerung innerhalb dieses Zeitfensters gelingt, werden vorher die an der oberen Leitung installierten Radarkugeln – sie zeigen den Kapitänen an, dass sie sich einer Stromleitung nähern – entfernt. Für diese Arbeiten setzt Amprion einen Hubschrauber ein.