Niederrhein im Griff der Grippe

Gegen eine Grippe gibt es Schutzimpfungen.
Gegen eine Grippe gibt es Schutzimpfungen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Grippewelle ist ausgebrochen und sorgt bei vielen Ärzten für enge Zeitpläne. Die Stärke des diesjährigen Virus sorgt für ausgeprägtere Krankheitsverläufe.

Rheinberg/Am Niederrhein..  Vielerorts trifft man in diesen Tagen am Niederrhein auf volle Behandlungszimmer. Die Grippewelle ist ausgebrochen und sorgt bei vielen Ärzten für enge Zeitpläne. Doch eines ist im Vergleich zu den letzten Jahren anders: Die Stärke des Virus sorgt für ausgeprägtere Krankheitsverläufe. Das kann auch Dr. Günther Gollan, Allgemeinmediziner aus Rheinberg, bestätigen: „Das Grippevirus ist dieses Jahr stärker als letztes Jahr und sorgt dafür, dass manch einer für zwei bis drei Wochen im Bett liegen muss.“ Zwar liege die Zahl der Erkrankten laut Robert-Koch-Institut noch immer unter den Werten des Jahres 2012/13, jedoch sorge der A-H3N2-Virus, unter welchem die sogenannte Influenza dieses Mal bekannt ist, für deutlich mehr Erkrankungen als letztes Jahr. Schon jetzt seien im Vergleich zu 2014 mehr als doppelt so viele Erkrankte erfasst.

Auch Gollan hatte in den letzten Tagen mit einer vollen Praxis zu kämpfen, die durch Karneval gerade Dienstag ziemlich gefüllt gewesen sei. Für den Anfang der nächsten Woche erwarte er erneut ein volles Wartezimmer. Jedoch betont er: „Gefühlt ist es schon etwas weniger geworden. Ich denke, dass das Ganze in den nächsten 14 Tagen abschwächt.“

Gerade in der Personengruppe ab 60 Jahren ist das Risiko einer Erkrankung erhöht. Ein geschwächtes Immunsystem verstärkt den Krankheitsverlauf zusätzlich. Aus diesem Grund rät Gollan Personen der betroffenen Gruppe auf jeden Fall zu einer Impfung.

In der Gruppe der 20- bis 40-Jährigen, in der besonders viele Personen erkrankt sind, sei eine Impfung nicht unbedingt vonnöten. „Gerade Berufsgruppen wie Busfahrer, Verkäufer oder ähnliche Berufe mit vermehrtem Kundenkontakt“ sollten über eine Impfung nachdenken.

Zu diesem Zeitpunkt sollte man aber überlegen, ob man sich noch impfen lassen möchte, da es bis zum Aufbau des vollständigen Impfschutzes etwa 14 Tage dauert. Auffällig ist die geringe Zahl der Geimpften. Laut RBB-Informationen lassen sich weniger als 30 Prozent der Bürger impfen. Das Robert-Koch-Institut bestätigt die Schwere der Grippewelle dieses Jahr und führt dies auf einen veränderten Virus zurück.

Ausmaß noch nicht absehbar

Der Impfstoff, dessen Zusammensetzung die WHO (Weltgesundheitsorganisation) bereits im Frühjahr 2014 festgelegt hatte, passe folglich nicht mehr zu den zirkulierenden Viren und zeige deswegen weniger Wirkung. Das ganze Ausmaß wird man jedoch erst in ein paar Wochen sehen, wenn die Zeit der Grippewelle herum ist. Erkrankte Personen sollten große Menschenmengen, wenn möglich, meiden. Jedoch warnen Ärzte davor, aus diesem Grund nicht zum Arzt zu gehen: Eine Grippe sei auf keinen Fall zu unterschätzen.