Neues Hotel, historische Umgebung

Von einem Teil der Zimmer des Hotels am Fischmarkt aus blickt man auf das Underberg-Gebäude.
Von einem Teil der Zimmer des Hotels am Fischmarkt aus blickt man auf das Underberg-Gebäude.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Im November sollen die ersten Gäste im „Hotel am Fischmarkt“ übernachten können. Die Bauzeit beträgt dann etwa zweieinhalb Jahre

Rheinberg..  „Sehr spannend und eine Herausforderung“: So bezeichnet Martin Hebgen, Architekt für das gerade entstehende „Hotel am Fischmarkt“, seine Aufgabe, etwas „im Bestand zu gestalten“. Aber wie immer beim Arbeiten im Bestand, wobei das auf das neue Hotel nur bedingt zutrifft, weil ein Teil auch neu gebaut wird: Man ist vor Überraschungen nicht gefeit.

Die erste waren archäologische Funde, die die Bauzeit um etwa ein halbes Jahr zurückgeworfen haben, die zweite Mauern, die anders als erwartet dimensioniert waren. Nur elfeinhalb statt der ursprünglich angenommenen 24 Zentimeter führten zu einer weiteren ungefähr dreimonatigen Verzögerung. Man darf auch getrost davon ausgehen, dass sie die Baukosten „im zweistelligen Millionenbereich“ (Hebgen) nicht gerade verringert haben.

Für dieses Geld darf der Gast auch eine ansprechende Übernachtungsmöglichkeit erwarten. „Das wird ein Hotel der Klasse drei Sterne plus, eher in Richtung vier Sterne – das erste Hotel am Platz“, so eine Mitarbeiterin des Bauherrn Franz Aumund. „In Rheinberg gibt es dann nichts besseres.“ Das betrifft dann auch die Größe der Zimmer. Hebgen: „Üblicherweise gibt es in Hotels fünf Quadratmeter weniger.“

Damit alles nach zweieinhalb Jahren Bauzeit rechtzeitig fertig wird (im November soll die Eröffnung sein), arbeiten die Bauleute bis zu zehn Stunden am Tag, auch samstags. Gestern waren ganz aktuell Fliesenleger, Maler, Trockenbauer, Elektriker, Maurer und Fachleute für die Gewerke Lüftung, Heizung und Sanitär aktiv, zählte Hebgen auf. „46 Leute insgesamt.“

Das Haus wird eine Mischung aus dem Erhalt alter Bausubstanz und modernstem Neubau. Die Fassaden hin zum Fischmarkt und zum Teil zur Underbergstraße sind denkmalgeschützt und werden erhalten – dürfen deswegen aber auch nicht verändert werden. So gibt es im Neubauteil großzügige, raumhohe Fenster mit einer Glasbalustrade als Sturzschutz, im nach vorne zum Fischmarkt hin gelegenen Teil teilweise Fensteröffnungen, die dem historischen Zustand entsprechen – was auch den Schnitt der Zimmer angeht. Hebgen hält die kleineren Fenster aber für keinen Nachteil. „Das ist kein Hotel, in dem man sich den ganzen Tag im Zimmer aufhält.“

Abgerundet wird das Angebot durch Gastronomie. Der Ratskeller in der ehemaligen Hausnummer 2 wird wiederbelebt und soll laut Hebgen „eine Mischung aus Restaurant und Bierkneipe mit Stammtisch werden“.