Neue Klänge in Orsoy

Ralf Müller,
Ralf Müller,
Foto: Fischer, Armin (arfi)
Was wir bereits wissen
Die Evangelische Kirchengemeinde hat nach Jahren des Wartens eine neue Orgel bekommen

Rheinberg-Orsoy..  In diesen Tagen sieht man Uwe Klein wohl oft mit einem breiten Grinsen. Dazu hat der Pfarrer der evangelischen Kirche in Orsoy auch allen Grund, schließlich ist jetzt der Moment gekommen, auf den er fünf Jahre gewartet hat: Die neue Orgel ist da. Was 2006 mit den ersten Planungen zur Renovierung der evangelischen Kirche in Orsoy begann, nimmt nun ein Ende. Seit 2010, als der Boden der Kirche aufgerissen und trocken gelegt wurde, verzichtet die Gemeinde auf die Orgel. Ersetzt wurde sie von einem Flügel. „Mit dem Flügel kann man schöne Musik machen, jedoch ist eine Orgel noch mal etwas ganz anderes“, sagt der Pfarrer.

Gerade die vielen kleinen Details der neuen Orgel haben es ihm angetan: „Sogar an eine Ablage für ein Radiergummi und einen Stift wurde gedacht.“ Dabei kam er eher zufällig mit dem Orgelbauer Ralf Müller in Kontakt, denn eigentlich wollte er 2006 lediglich zu einem Ausflug mit der Frauenhilfe. Bei einem Spaziergang durch Rietberg entdeckte er dann jedoch zufällig den Sitz des Orgelbauers Speith. Neugierig klingelte er dort, woraufhin Ralf Müller sich Zeit nahm und ihn durch seine Werkstatt führte.

Jahre des Wartens

Nachdem 2010 feststand, dass die alte Peters-Orgel durch die Arbeiten in der Kirche abgebaut werden muss, kam Klein der Orgelbauer ins Gedächtnis. Er nahm Kontakt zur Firma auf und nach mehreren Gesprächen einigte man sich. Seit eineinhalb Jahren baut Ralf Müller nun an der Orgel.

Seine Detailverliebtheit bringt Uwe Klein immer wieder ins Schwärmen: „Die Registerstangen wurden extra auf kleinen Glasplatten angebracht, damit weniger Reibung entsteht.“ Ein weiterer Vorteil sei, so Klein, dass die neue Orgel nun endlich an ihrem richtigen Standort stehe. Während sie früher neben dem Abendmahlstisch stand, was klanglich nicht ideal gewesen sei, ist sie nun auf zehn Meter Höhe direkt über dem Eingang am Ende des Gebäudes aufgebaut. „Hier haben wir endlich den Klang, den wir uns immer gewünscht haben“, betont der Pfarrer und führt fort: „Die neue Orgel ist schön. Hier haben wir feinstes Handwerk!“

Farblich ist das Instrument, das am Ende knapp 250 000 Euro kostet und dank reiner mechanischer Traktur bis zu 300 Jahre halten soll, mit Braun-, Rot-, Blau- und Goldtönen an die Kirche angepasst.

Nach den Anstreicharbeiten wird Speith für etwa drei bis vier Wochen mit dem Einbau der Pfeifen beschäftigt sein. Die Intonation der Orgel, die nun 21 Register und 1300 Pfeifen hat, nimmt laut Pfarrer Klein knapp eine Woche in Anspruch. Dann sind der Pfarrer und die evangelische Kirchengemeinde ihrem Ziel endlich ganz nah, nachdem sie seit fast neun Jahren wöchentlich im Bauausschuss zusammengesessen und alles durchgeplant hatten.

Neben den letzten Arbeiten an der Orgel werden jetzt nur noch neue Glasscheiben für die Brüstung gesucht. „Ich freue mich über jede kleine Spende“, sagt Uwe Klein. Die Einweihung der Orgel folgt dann zu Pfingsten, wenn sie nach einem Orgelfest endlich in den Dienst genommen werden kann.