Netto will in Rheinberg näher an die Xantener Straße heran

Bereits jetzt ist die Verkehrssituation an der Xantener Straße unübersichtlich. Bald soll für Netto noch eine weitere Zufahrt eingerichtet werden.
Bereits jetzt ist die Verkehrssituation an der Xantener Straße unübersichtlich. Bald soll für Netto noch eine weitere Zufahrt eingerichtet werden.
Foto: NRZ
Der Netto-Markt soll weiter nach vorne rücken. Das dürfte die bereits jetzt schon oft sehr unübersichtliche Situation auf der Ausfallstraße weiter verschlechtern.

Rheinberg..  Bisher teilen sich die Discounter Aldi und Netto die Zufahrt zu ihren etwas von der Xantener Straße entfernt gelegenen Läden. Das dürfte in absehbarer Zeit vorbei sein: Für die Verlagerung des Netto-Markts ein Stück weiter die Xantener Straße hinunter in Richtung Jugendzentrum Zuff wurde eine Bauvoranfrage gestellt. Künftig soll das Geschäft dort angesiedelt sein, wo bislang noch ein Keramik- und Dekooutlet und ein Autohandel ihren Sitz haben.

Die Verwaltung ließ in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses keinen Zweifel daran, dass diese Verlagerung zulässig ist, im Einklang mit dem Einzelhandelskonzept der Stadt steht und dementsprechend die Genehmigung dafür erteilt werden muss. Dem konnte die Politik folgen. Für Bauchschmerzen sorgt das Vorhaben dennoch.

Die bisherige Verkaufsfläche soll zwar von 660 auf 770 Quadratmeter erhöht werden. Im geltenden Bebauungsplan sind zwar nur 600 Quadratmeter zulässig, aber da Aldi gleich nebenan erfolgreich mehr Fläche eingeklagt hat und die Stadt schon mehrfach Befreiungen von dieser Festlegung erteilt hat, kann man Netto diese Größenordnung nicht versagen. Kritischer ist da schon, dass die Zufahrt zu Netto in Zukunft direkt von der Xantener und nicht mehr von der Stichstraße erfolgt – und die Situation bereits jetzt zuweilen recht unübersichtlich ist. Josef Devers (CDU) verwies auf die „gestörte Situation für Radfahrer und die Bushaltestelle. Da ist noch eine weitere Ein- und Ausfahrt nicht so sinnvoll“.

Noch mehr Irritation herrschte im Ausschuss darüber, was mit dem bisherigen Netto-Ladenlokal passieren soll. Klar ist: Aufgrund des Einzelhandelskonzepts sollen dort nur Geschäfte angesiedelt werden, die dem Stadtzentrum nicht schaden. Das ist bei einem Discounter ebenso wenig der Fall wie bei einem Lebensmittelhändler. Beide gibt es bisher nicht in der Kerninnenstadt, eine Neuansiedlung wäre also nicht zentrenschädlich.

Konzept ohne Rechtskraft

Allerdings besitzt das Konzept keine Rechtskraft. Wenn sich beispielsweise ein Textilhändler am jetzigen Standort ansiedeln wollte, sehe das schon anders aus. „Wenn ein Textiler kommt, das wäre zentrenschädlich“, legte sich der 1. Beigeordnete Dieter Paus im Gespräch mit der NRZ fest.

Abhilfe geschaffen werden könnte durch eine neue Bauleitplanung, die an dieser Stelle eindeutig und rechtssicher regelt, welche Nutzung zulässig ist und welche ausgeschlossen wird. Das Problem dabei ist aber ein zeitliches. Bis ein Bebauungsplan Rechtskraft erlangt, braucht es seine Zeit. Paus schätzt die Dauer dafür auf zwei, vielleicht drei Jahre. In der Zeit könnte eine sogenannte Veränderungssperre schützen. Auf gar keinen Fall verhindert werden könnte aber eine Nachfolgenutzung durch einen Discounter oder Lebensmittler, sofern die bisherige Größe nicht wesentlich verändert wird. Der Ausschuss will in der nächsten Sitzung weiter beraten.