Nach 33 Jahren ist Schluss in Rheinberg

Der Kostümverleih
Der Kostümverleih
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Johanna Lensing schließt den Kostümverleih unter der St. Anna Kirche in Rheinberg. Die Kostüme werden ab kommender Woche zu kleinen Preisen verkauft

Rheinberg..  Kostümverkauf statt Kostümverleih heißt es ab kommenden Dienstag, 13. Januar, unter der Rheinberger St. Anna Kirche. Johanna Lensing löst dort jetzt ihren Verleih auf. Keine Frage, da gehe „eine Ära zu Ende. Aber die Zeit ist einfach da. Ich werde bald 74“, begründet die Rheinbergerin ihren Entschluss. „Und es gibt niemanden, der den Kostümverleih weitermacht.“ Nach 33 Jahren ist deshalb Schluss.

Zusammen mit der Eine-Welt-Gruppe wurde der Anfang der 1980er-Jahre gegründet – der Stoff hierfür kam aus der Kleiderkammer und wurde von den Frauen zuhause in liebevoller Handarbeit zu farbenfrohen, prachtvollen und schillernden Kostümen umgearbeitet. „Am Ende ist der Kostümverleih als einzige Aktion davon übrig geblieben“, erinnert sich die 73-Jährige.

Ein Exot sei der Verleih in der Stadt aber nie gewesen – denn: „In Rheinberg wird ziemlich gut Karneval gefeiert“, betont Johanna Lensing. Aus Veen, Rheurdt und Moers, aus Bocholt, Wesel und Xanten seien die Stammkunden in den Verleih in den Keller der Pfarrgemeinde gekommen, um sich für sieben oder acht Euro ein Kostüm auszuleihen – „mit Hut, Stock und Ring“, sagt die 73-Jährige, eben mit allem Pipapo.

Doch die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren etwas zurückgegangen – vor allem bei den Kinderkostümen. „Die Kinder wollen an Karneval lieber die Gestalt ihrer Fernsehhelden annehmen“, glaubt Johanna Lensing. „Bei uns gibt es aber eher die Klassiker: den Schornsteinfeger oder Indianerkostüme.“

Gut 350 Kostüme sind im Bestand – und die müssen jetzt alle raus: Kinderkostüme verkauft Johanna Lensing ab 2 Euro, Kostüme für Erwachsene für einen Preis zwischen 7 und 15 Euro. Hüte gibt’s für 1 oder 2 Euro. Der Erlös aus dem Verkauf wird, wie seit 33 Jahren, für den Aufbau der Kranken- und Schulstation Gitaramuka im afrikanischen Burundi, eines der ärmsten Länder der Welt, gespendet.