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Mord ist ihr Hobby

03.06.2009 | 19:54 Uhr

„Die Elster” heißt der vierte Krimi von Renate Wirth. Ein mumifizierter Schädel gibt Kommissarin Karin Krafft Rätsel auf.

„Das ist der Niederrhein, sag ich dir, jeder kennt jeden, und jeder weiß immer mehr Details als der andere. Und dann packt der Schwager noch eins drauf.”, aus: „Die Elster”

Xanten-Birten. Ein mumifizierter Kopf rollt mit den Steinen übers Kiesförderband und plumpst am Rhein in den Bauch eines Frachters. Woher kommt der Kopf? Wer war die Person? Und wie lange ist sie schon tot? „Die Elster” heißt der neue Kriminalroman von Renate Wirth und führt den Leser Stück für Stück in die Vergangenheit. Während des Zweiten Weltkrieges soll mit einem gefallenen Soldaten in Wesel ein wertvoller Schatz begraben worden sein. Hauptkommissarin Karin Krafft begibt sich mit ihrem Team auf Spurensuche und lüftet langsam das Geheimnis des Totenschädels.

Viele Leichen

in vier Büchern

Zum vierten Mal ist die Xantener Polizistin Kriminellen auf der Spur. Ihre Schöpferin Renate Wirth mordet eben gern. Vor rund zehn Jahren fing die ausgebildete Heilpädagogin damit an und verfasste mit dem Weseler Journalisten Thomas Hesse bis jetzt vier Bücher. Beide teilen die Arbeit recht genau auf, sie schreibt, er recherchiert. „Die Wölfin”, „Das Dorf” und „Die Füchse” sind bereits unter ihren Namen als Niederrhein-Krimis erschienen.

Auch im neuen Band gibt es wieder viele Landschaftsbeschreibungen, noch mehr Humor und eine willensstarke Kriminalistin. Karin Krafft ist in dieser Folge schwanger und darf eigentlich keinen Außendienst machen. Ganz soviele Stadtbummel durch Xanten wie in den anderen Büchern gibt es deshalb nicht. Aber eine große Portion niederrheinische Lebensart serviert das Autorenteam seinen Lesern trotzdem. Renate Wirth nimmt das ländliche und kleinstädtische Leben unter die Lupe, beschreibt detailgetreu, erzählt von Menschen mit Ecken und Kanten und berichtet diesmal vom Nachkriegsleben am Niederrhein.

Zwei Jahre hat die Arbeit am Buch gedauert. Etwa neun Monate davon fallen aufs Schreiben, der Rest wird fürs Lektorat und die Recherche gebraucht. Schließlich funktioniert ein Krimi nur, wenn er schlüssig ist und keine Fehler enthält. Im fünften Roman soll das nicht anders sein. Und über den denkt Renate Wirth schon nach. Mord ist schließlich ihr Hobby.

Marietta Hülsmann

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