Mokros will in Rheinberg in die Stichwahl

Peter Mokros, Bürgermeisterkandidat der Grünen in Rheinberg, tritt bei der Wahl am 13. September an.
Peter Mokros, Bürgermeisterkandidat der Grünen in Rheinberg, tritt bei der Wahl am 13. September an.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Peter Mokros, Bürgermeisterkandidat der Grünen bei der Wahl am 13. September, sieht sich gut gerüstet. Und geht mit Mut und Selbstvertrauen in den Wahlkampf

Rheinberg..  Der Mann hat Selbstbewusstsein: „Ich möchte auf alle Fälle in die Stichwahl kommen, das Ziel habe ich, haben wir“, sagt Peter Mokros, Bürgermeisterkandidat der Grünen bei der Wahl am 13. September. Um das zu erreichen, wird das Kommunalwahlergebnis der Grünen 2014 (16,3 Prozent) aller Voraussicht nach nicht ausreichen, denn nur die Kandidaten mit den beiden besten Stimmergebnissen kommen in die Stichwahl, falls es überhaupt dazu kommt – wenn ein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält, ist er direkt gewählt.

Aber Mokros sieht sich gut gerüstet. „So, wie der Wahlkampf bisher gelaufen ist und dass ich von meiner Partei einstimmig nominiert worden bin, das gibt mir Mut und Selbstvertrauen.“

Dass die Grünen überhaupt mit einem eigenen Kandidaten antreten, daran haben CDU und SPD ihren Anteil. Mokros: „Die Programmatik der anderen Kandidaten passte uns nicht. Wir wollen Rheinberg nicht so gestalten.“

Seit Bekanntwerden seiner Kandidatur habe er nur positive Resonanz darauf gehabt. „Selbst vom politischen Gegner kam niemals eine Reaktion wie ,Du? Och nee!’“ Die Mitbewerber hat er auch schon persönlich kennengelernt. Wer bei der Wahl die besseren Karten hat, ob die anderen oder er, kann Mokros nicht einschätzen. „Bis dahin gibt es ja auch noch viele Wahltermine.“

Als Bürgermeister will er sich einsetzen für sozial Schwache, die Umverteilung hinterfragen. „Die Grünen in Rheinberg sind schon eher links. Als Kommune müssen wir vehement eintreten für mehr Geld im Sozialen, in der Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Flüchtlingspolitik.“ Gerade beim letzten Punkt sei man zwar weit davon entfernt von dem, was vor sich gehe, aber „wir müssen Einfluss darauf nehmen, was auf anderen Ebenen passiert, sonst wird sich auch die Situation vor Ort nicht ändern können“. Mokros fordert kreative Lösungen, um den Haushalt zu sanieren. „Im Moment schiebt man das strukturelle Defizit vor sich her und hofft auf glückliche Umstände.“ Dabei seien die Kosten der Inklusion nicht abgeschlossen, Pro Asyl rechne mit einem Anstieg von Klimaflüchtlingen in Höhe von 100 Millionen Menschen in den kommenden Jahren. „Das wird die Zahl der Flüchtlinge bei uns im Vergleich mit Anfang der 90er Jahre bei weitem übersteigen! Zum Glück gibt es hier einen hervorragenden Kontakt mit den Flüchtlingen, viele Menschen, die sich um sie kümmern, keine Probleme wie im Osten.“

Warum sollte jemand Peter Mokros zum Bürgermeister wählen? Seine Antwort: „Wenn er in Rheinberg mitbestimmen will, um zwischen den Wahlen die Möglichkeit zu haben, Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen, die Transparenz von Verwaltungshandeln deutlich erhöht haben will. Ich werde die Klimaschutzziele beachten, ohne dass der Rheinberger Mittelstand Angst vor Arbeitsplatzverlust haben muss, ich werde mich ganz im Gegenteil für den Erhalt von Arbeitsplätzen einsetzen. Der Bildungsplatz Rheinberg wird weiter gefördert, auch wenn wir jetzt schon hervorragend aufgestellt sind – man kann hier alle Abschlüsse machen. Und ich habe nach meiner Nominierung das Sprecheramt bei den Grünen niedergelegt, weil ich Ansprechpartner für alle bin.“

Demokratie sei für ihn nicht nur ein Schlagwort. „Sie muss gelebt werden. Und die Bürgerbeteiligung ist etwas, was uns Grünen bei den anderen Kandidaten fehlte.“ Seiner Einschätzung nach erhöhe sein Einsatz in der Jugend- und Sportpolitik die Akzeptanz für politische Entscheidungen bei der Bevölkerung. „Ich wünsche mir eine aktive Beteiligung der Bürger in einer Bürgerstadt Rheinberg. Das existiert bisher so nicht. Diese Bürgerbeteiligung muss gefördert werden, nicht nur durch Volksentscheide, sondern durch Beteiligung im Vorfeld. Ich möchte die Demokratie auf Rheinberg herunterbrechen, den Bürgern vorleben, was möglich ist und wie sie ihre Interessen durchsetzen können!“